Propaganda-Information

Propaganda, wörtlich: wie „vorzugehen ist“, Information: wörtlich „Abformung“ oder „in-Form-Bringung. Was der Fall ist, hört man kaum noch. Wir werden nur noch in die Form gebracht, in die man uns haben will. Und wir, denkfaul, folgen trottelig jedem anerkannten Schwätzer.

Wer bestimmt die Form, wer herrscht? Der Markt! Den wiederum beherrscht, wer das Geld zur Verfügung stellt. Dies geschieht in Form von Verleihen, d.h. von Schulden. Wird auf dem Markt durch Billig-Einkaufen und Teuer-Verkaufen Geld verdient, zahlt der Gewinner das Geld zurück und vernichtet es so, wobei er aber einen Teil des Gewinnes in Form von Zinsen abführt. Durch neue Kredite wird neues Geld geschöpft. So lange es kreditwürdige, d.h. rückzahlungsfähige Personen gibt, läßt sich durch vermehrtes Ausleihen der Geldumlauf ausweiten, die Wirtschaft „ankurbeln“. Inzwischen sind aber immer weniger Unternehmen kreditwürdig und erkennen immer weniger Unternehmen eine zahlungsfähige Nachfrage für die zu produzieren und investieren lohnen würde. Das bezeichnet man als Krise. Durch Verschleierung der schrumpfenden Kreditfähigkeit (Wechselreiterei) und die indirekte Kollektivverschuldung (Staatsschulden) wurde die Krise hinausgezögert und verschärft. Nun ist die Zeit des Kassensturzes gekommen. Unnötige Produktionsstätten, überflüssigen Arbeitskräfte und nicht mehr kreditwürdigen Konsumenten werden „beseitigt“. Um das gegen die Leute durchzusetzen, bedarf es der verwirrenden Propaganda.

Die sogenannten Rettungspakete sind Propaganda und mehr. Sie ändern nichts an der Krisentendenz. Island zum Beispiel: Man klagt laut, die dortigen Pleitebanken lassen deutsche Anleger leer ausgehen. Wie auch anders? Diese Banken haben mit dem Geld der Einleger verbrieftes Nichts gekauft, weniger als Nichts, Minuswerte, die man ihnen über hohe Zinsversprechen und „Triple A“ Ratings angedreht hatte. Anleger sind darauf hereingefallen. Nun wundern sie sich, daß sie den Wert ihrer „Investitionen“ erhalten, nämlich Nichts. Angeblich hat die Bundesregierung durch Zahlungen an die Pleitebanken erreichen wollen, daß deutsche Anleger etwas zurück bekommen. Sie gibt sich nun enttäuscht, weil dies nicht geschieht. Wie auch? Die Regierungen glich mit ihren Zahlungen nur das Minus an Wert aus, das mit dem Geld der Anleger in den USA eingekauft worden war. Wie das?

Die USA haben es verstanden, ihre Schulden dem Ausland als Werte so zu verkaufen, daß daraus Forderungen an die Käufer wurden. US Banken haben unter anderem Kredite gebündelt und die Kreditpakete „versichert“. Die entsprechenden Versicherungsverträge wurden als „Wertpapiere“ verkauft. Das ging, weil die Versicherer, also die Käufer der Papiere, solange die ursprünglichen Schuldner ihre Zinsen bezahlen davon einen gewissen Anteil als Rendite bekommen. Da ein Zinsanteil an sich uninteressant niedrig wäre, wurden die Kredite „geleveraged“. Der Versicherer legt nur, sagen wir mal 5% der zugrunde liegenden Kreditsumme ein, bekommt aber einen geringen Zinsanteil der Gesamtsumme, dem 20-fachen. Daraus läßt sich eine „überzeugende“ Rendite zusammenstellen, solange der ursprüngliche Kreditnehmer zahlte. Im Versicherungsfall, wenn der Kreditnehmer nicht mehr zahlt, wird der Gesamtbetrag aus dem Vertrag fällig. Um die lukrativen Finanzinnovationen zu verkaufen und für Nichts Geld zu bekommen, war dieser Bereich des Vertrags möglicherweise bei den Zwischenhändlern hängen geblieben, d.h., der Anleger haftet nur mit seiner Einlage, die Bank für den Gesamtbetrag. Wie solche „Kredite zustande kamen, ehe man sie im Ausland versicherte, können sie im Wallstreet Journal an dieser Stelle nachlesen, oder auf deutsch hier. Die Bankenrettung der Regierung soll die Zahlungsverpflichtung der Banken an die Gegenseite der Kreditversicherung decken. Bei einer Bankenpleite würden sie leer ausgehen.

Die Sicherung der Banken und ihres Mißmanagements durch die Bundesregierung sichert hat mit dem Kreditgeschäft für Produktionsbetriebe nichts zu tun. Dieses scheitert nicht an fehlender Liquidität der Banken, sondern an der Überschuldung der Betriebe. Jede Bank würde der Firma Märklin liebend gerne Kredit gewähren, wenn eine Aussicht bestünde, daß die Firma ihren Zinsverpflichtungen nachkommen könnte. „Europas Konzerne haben in der vergangenen Dekade einen Rekordschuldenstand aufgebaut. In den letzten zehn Jahren hat sich die Gemeinschaftsschuld innerhalb der Eurozone auf über 8,5 Tausend Mrd. Euro aufgetürmt, wie aus einem BusinessWeek-Bericht (der 1. Februarwoche) hervorgeht. Die beispiellose Überschuldung könnte zu einem Platzen der Kreditblase führen und ungeahnte Folgen nach sich ziehen“ (Quelle).

Sollte einer Bank tatsächlich die bei Kreditvergabe fällige Hinterlegungssumme von 6 bis 8 Prozent des Kredits fehlen, könnte die EZB wie bisher unauffällig Sondervereinbarungen treffen. Wäre der Regierung irgend etwas an der Aufrechterhaltung des Kreditwesens für die produzierende Wirtschaft gelegen, würde sie nicht den Banken faule Papiere abkaufen. Sie würde mit dem Geld neue, besser geführte Industriebanken gründen. Aber das würde an der fehlenden Kreditwürdigkeit der Firmen nichts ändern. Statt dessen hängt die Regierung die Absicherung der in den USA erzeugten Kredite dem deutschen Steuerzahler an den Hals. Vielleicht waren Wirtschaftsminister Glos die Absichten der „Systemverfechter“ Merkel und Steinbrück langsam gedämmert und hat er deshalb am 7. Februar seinen Rücktritt eingereicht.

Das Ausland um seine Kredite an die USA zu prellen, hat Geschichte. Es begann schon bei der Gründung 1783. Doch diente damals das Insider-Geschäft, bei dem die unbezahlbaren Anleihen der Kolonien von insgesamt 79,2 Mio. Dollar in Goldbonds umgewandelt wurden, vor allem dazu den „Bund der Interessierten“ (Alexander Hamilton, denen die USA gehören) zu gründen. Die Gläubiger hatten nicht mehr an den Wert dieser Papiere geglaubt und sie für fast nichts an die Agenten des Kongreßabgeordneten Jeremiah Wadsworth und der Bankiers Morris, Fisher Ames und Christopher Gore abgegeben. Dann wurden sie zum Nutzen der wenigen verbliebenen Eigentümer zu Zahlungsmitteln erklärt und zu ihrer Deckung in Europa neue Staatskredit aufgenommen. Etwa sechzig Jahre später tilgte Kongreß und US-Regierung am 13.8.1841 die Schuld von 390.000 US-Unternehmen. Die Verluste der Europäer wurden damals niedrig mit 350 Mio. Dollar angegeben. Viele europäische Firmen gingen dabei bankrott. Mitverdiener hatten zuvor das Geld aus Europa in die USA gebracht, das waren Leuten wie August Schönberg alias Belmont vom Bankhaus Rothschild, Joseph Seligman aus der Pfalz, Philip Speyer aus Frankfurt und andere. Der Goldrausch von 1848 regte einen neuen Geld- und Materialzustrom an. Er versackte in der Eisenbahnspekulation. Zwischen 1873 und 1883 stellten laut Bradshaws Railway Manual 291 US-Gesellschaften ihre Zahlungen ein und schrieben dabei 1.476 Mio. Dollar ausländisches Kapital ab. Das Gesamtvolumen der Spekulation wurde später auf 7,2 Mrd. Dollar geschätzt. Das meiste wurde nie investiert, sondern wie kürzlich beim „Schneeball-System“ des Bernard Madoff, sogleich „entnommen“. Die Eisenbahnen blieben, soweit sie gebaut waren, den USA. Amerikanische Lieferanten genießen in den USA bei der Verteilung der Konkursmasse absoluten Vorrang vor dem Ausland.

1901 übernahm Morgan die Stahlsparte von Carnegie für 447 Mio Dollar und gab dabei für 1,4 Mrd. neue Aktien aus. Nach dem Bericht des „Commissioner of Corporations of the Steel Industrie aus dem Jahr 1911 war das doppelt so viel wie der Wert aller Besitztümer der Firma. Als das aufkam, brach der Wert der Papiere ein und Morgan konnte sie günstig zurückkaufen, den Rest erledigte die Enteignung des Besitzes der „Feindmächte“ und ihrer Bürger im Ersten Weltkrieg. Diese Beispiele aus der Geschichte sollen genügen.

Die deutsche Bundesregierung sorgt also dafür, daß für die Verkäufer der Finanz-Innovationen, wie der oben genannten Kreditversicherungen, das Geschäft aufgeht. Um die wütende eigene Bevölkerung zu beruhigen, muß sie auch ein paar Euros für Altautos, zur Renovierung von Schulgebäuden oder als Almosen da und dorthin versprechen. Darüber soll der Bürger vergessen, wem die Hochverschuldung der Steuerzahler zu Gute kommt. Wenn Sie zur Bedienung der fälligen Zinszahlungen demnächst Mehrwertsteuern von 25% und mehr zahlen dürfen, merken Sie es vielleicht. Doch dann haben Sie bereits die alte Regierung, egal mit welcher der Parteien und Personen, wieder im Amt bestätigt.

Daß der Erhalt der inländischen Wirtschaft nicht das Ziel ist, läßt sich unschwer an der Energiepolitik des Landes erkennen. Der Ausstieg aus der einzig realen Energiequelle des Landes wurde mit enormer Angstmache von den Rot-Grünen aktiv, den Schwarz-Gelben passiv und mit Hilfe der „stets kritischen“ Medien durchgesetzt. Damit der Ausstieg endgültig sei, wurde die Firma, die das gesamte kerntechnische Know How Deutschlands monopolisiert hatte, „revolutioniert“. Ihr nach dem angeblichen „Korruptions-Skandal“ eingesetzter neue Chef, Peter Löscher, verscherbelte das ganze Know How einschließlich der Fachleute an die französische Firma Areva NP. Deren Chefin Anne Lauvergeon sagte in der FAZ am 28. Januar: „Siemens hat angekündigt, in anderer Form in der Nuklearindustrie weiterarbeiten zu wollen. Ich weiß nicht, in welcher Form. Siemens wird von null anfangen, weil sie weder die Technik noch das Personal haben“. Beides hatte Siemens ja verkauft. Um das zu verschleiern, wird den Bürgern etwas vom Einstieg bei den russischen Atomkonzernen Atomergoprom oder Rosatom erzählt. Propaganda! Vielleicht erhofft sich Siemens ein paar Aufträge für Turbinen oder Regelungstechnik, in Kerntechnik hat die Firma nichts mehr zu bieten, und das ist beabsichtigt.

Das machte Peter Löscher in der Bild am 7. Februar unmißverständlich klar, als er süffisant die „deutsche Ingenieursleistung“ überschwenglich lobt, weil sie „die erste Wahl überall auf der Welt“ sei. Ihr aber rot-grün die ordentliche Handhabung der Kernenergie praktisch nicht mehr zutraute und ihr als neue Linie vorgibt: „Grün sind wir – denn bei den Technologien, mit denen wir unser Klima schützen, liegen wir ganz vorne. Und damit schreiben wir schwarze Zahlen“. „Antworten braucht die Welt für die größte Herausforderung unserer Zeit: den Klimawandel. Grüne Güter sind unsere Exportschlager“. Na denn!

Was von den „grünen Gütern“ allerdings zu halten ist, klärte Anselm Waldermann am 10. Februar im Spiegel: Trotz des europäischen Booms in Sonnen- und Wind-Energie wurden die CO2-Emissionen nicht gesenkt. 250.000 Jobs wurden geschaffen und Kosten von 35 Mrd. Euro im Jahr erzeugt. „Doch hat das einen Haken, das Klima hatte keinen Nutzen von diesen Entwicklungen. So seltsam es klingen mag, die neuen Windturbinen und Solarzellen haben kein einziges Gramm CO2 verhindern helfen“ (Quelle).

CO2 zu verhindern war ja auch nur Propaganda. Warum es eigentlich ging, sagte die Kanzlerin am 17. Juni 1997 in der Frankfurter Rundschau: „Energie ist heute zu billig […] Es müssen aus meiner Sicht gezielt die Steuern auf Energie angehoben werden, sei es über Mineralöl, Heizgas oder Strom“. Dieses Ziel ist erreicht, Die Energie ist hier zu Lande teuer, bald unbezahlbar. „Die Finanzkrise entwickelt sich zur Energiekrise“ titelte Daniel Wetzel am 4. Februar in Die Welt, „Eine Studie (von A.T. Kearney und nicht im Auftrag von Versorgungsunternehmen) prognostiziert einen drastischen Strompreisanstieg in Deutschland. Weil sich Projekte wegen der gestiegenen Kapitalkosten nicht mehr rechnen, werde die Überalterung des europäischen Kraftwerksparks voranschreiten. Zudem seien die EU-Pläne zur Förderung der erneuerbaren Energie unrealistisch“.

Warum muß dieses Land fertig gemacht werden und das ausgerechnet von seinen „anerkannten“ politischen Parteien und Politikern? Fragen Sie das ihre Volkszertreter oder ihren Psychiater, warum Sie die immer wieder gewählt haben.

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Glaubt man noch?

Nun tagen sie wieder, die Handlanger der Machthaber und beraten, wie sie uns knapp unter dem Schwellwert des Aufbegehrens über den Banken-Tresen ziehen können. Das 39. Jahrestreffen der „Weltwirtschaftselite“ in Davos vom 28. Januar bis 1. Februar wird in diesem Jahr interessant, weil hier die Vorgaben für die neue Organisation des Weltfinanzsystems an die weitergegeben werden, die sie schließlich durchzusetzen haben. So sind dieses Mal besonders viele Zentralbanker, Wirtschafts- und Finanzminister anwesend, dazu 40 Staatschefs, neben dem Briten Gordon Brown und dem Japaner Taro Aso, auch Rußlands Premier Wladimir Putin und der chinesische Wen Jiabao. Aus Deutschland kam Frau Merkel, mit Axel A. Weber von der Zentralbank, Wirtschaftsminister Glos und, man höre und staune, Guido Westerwelle. Nach dem Guido bereits bei Bilderberg im Sommer in Washington dabei sein durfte, hat man „Merkels Mann“ wohl schon zum nächsten Außenminister nominiert – egal wie Sie wählen. Nur von Obamas Regierung kommt außer dem alten und ihrem neuen Cheffinanzmanager Lawrence H. Summers, Direktor des National Economic Council (NEC) und Executive Office of the President, der unter Clinton den Galopp in die Finanzkrise organisiert hatte, niemand. Neben vielen Kongreßabgeordneten und Senatoren sah man Mr. Klimaschutz Al Gore, Sheila C. Bair, die CEO der Federal Deposit Insurance Corp. (FDIC) und William J. Clinton den Präsident von 1993 bis 2001. Unter ihm waren die Vorbereitungen zur Umorganisation des Weltfinanzsystems getroffen und eingeleitet worden, wovon sein Nachfolger durch Kriege und anderem Protestwürdigem abzulenken hatte.

Die Stabilisierung des Finanzsektors ist nicht, wie manche glauben, der Heilige Gral der wirtschaftlichen Rettung. Eher das goldene Kalb, um das alle tanzen sollen, damit sie nicht merken, was Moses wirklich vom Sinai mitbringt. Natürlich sind die Großbanken zu einem Maß mit faulen Finanzpapieren eingedeckt, daß sie nach geltendem Recht als bankrott zu gelten hätten. Ohne die Vorgaben privater Großbanken, will man sich „im Westen“ aber keine Wirtschaft mehr vorstellen. Und wen kümmert auf der oberen Entscheidungsebene noch geltendes Recht – daran sind Untertanen gebunden aber nicht Machthaber.

Aufschlußreich ist der jüngste Bericht des US Währungs-Comptroller für das dritte Quartal 2008 (Quelle). Danach meldeten US-Geschäftsbanken im 3 Quartal Erträge von 6 Mrd. US-Dollar aus dem Handel mit Geld und sogenannten derivativen Instrumenten gegenüber nur 1.6 Mrd. US$ im zweiten Quartal und 2.2 Mrd. Dollar im Quartalsdurchschnitt der letzten acht Jahre. Ihre Nettokreditvergabe wuchs seit dem zweiten Quartal um 7% auf 435 Mrd. US$. Das waren 73% mehr als im Jahr zuvor (252 Mrd. US-Dollar). Das Derivatevolumen sank dabei um 3% auf 175.8 Billionen (!) US$, aber speziell Kredit-Derivate nahmen im Quartal um 4% auf 16.1 Billionen(!) US$ zu. 99% davon sind sogenannte „Credit Default Swaps“. Man sieht: Fortschritt auf der ganzen Linie.

Der Bericht macht deutlich, weshalb die Banken wegen des wachsenden Kapitalbedarfs zur Absicherung ihrer Verantwortung für Credit Default Swaps, andere Derivate und geplatzte Kredite kaum noch Geld ausleihen: Der Grund liegt im extremen Mißverhältnis zwischen dem Engagement der Banken in Vermögenswerten (Grundbesitz-, Wohnungshypotheken, Kreditkarten-, Auto-, und Studien-Kredite) und ihren Verpflichtungen aus fiktiven Werten, den Derivat-Kontrakten. J.P. Morgan Chase hält 49,6 Mal so viele Derivat-Kontrakte wie Vermögenswerte, bei City Bank ist es rund das 30-fache, bei Bank of America das 28,6-fache und bei der HSBC das 22,8-fache. Um die Banken wieder so mit Kapital auszustatten, daß sie regulär Kredite vergeben könnten, wären viele Billionen Dollar nötig. Vernünftige Kreditvergabe wäre auch nur an kreditwürdige Kunden möglich. Wo aber wären die? Alles in der Wirtschaft ist gegenüber den fiktiven Werten hoch verschuldet (außer Manager [mit 18,4 Mrd. US$ Boni für das Jahr 2008 allein in den USA, nach der New York Times vom 29 Januar], Provisionsjäger und einige erfolgreiche Spekulanten, die aufgrund sogenannten Insider-Wissens rechtzeitig auf „reale“ Werte umgestiegen sind). An eine Wirtschaftsbelebung durch Rettungspakete an Banken von 300 oder 800 Mrd. zu glauben, ist lächerlich – in Deutschland wie in den USA. Das wissen auch die „Finanzexperten“. Was bezweckt man also wirklich? Hier kann noch geraten, können Wetten abgeschlossen werden. Wird Davos eine Antwort geben?

Was man am ersten Tag, an dem die Marschroute festgelegt wird, von dort zu hören bekam waren altbekannte Sprüche. Doch muß man, wie bei allen öffentlichen Signalen, auf die Nuancen achten. Michael Elliot, Editor von Time International fragte: „Hat das Ansehen der US außerhalb ihrer Grenzen gelitten?” und erhielt als Antwort des Podiums Warnungen über wachsenden Protektionismus und das Versagen einer multilateralen Herangehensweise im alten Verständnis des Wortes „multilateral“. Des weiteren Aussagen wie: „Es ist wichtig, daß die hier versammelten Führer nachhause gehen und daran arbeiten, weitreichende politische Maßnahmen zu finden, die es ihnen erlauben, ein nachhaltiges (‚sustainable’) Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze und eine Politik der Koordination der Volkswirtschaften in Gang zu setzen“. Muß man für eine solche Aussage „Elite-Mensch“ oder „Führer“ sein? Das Reizwort heißt „sustainable“ und ist mit „Ökofaschismus“ zu übersetzen.

Einer der Vorzeige-Schwarzen, Kuseni Douglas Dlamini, Chef der Organisationen: Anglo American South Africa, South Africa; Young Global Leader posaunte: „Wir brauchen einen neuen Sozialvertrag, der sich auf eine Politik der weitergehenden Ressourcen-Teilung stützt. Ohne einen globalen Konsens über ein Rohstoffmanagement braucht man nicht weiterzureden, weder im Hinblick auf den Nationalstaat noch dahingehend, wie wir unsere Gesellschaften regieren“. „Resource Sharing“, darum war es im Irak gegangen und geht es im Afghanistan und im Gaza-Streifen, vor dessen Küste man ausgerechnet große Erdgaslager gefunden hatte. Vor dem Hintergrund ist auch die europäische Gas-Krise zu verstehen, die der Orange-Boy in der Ukraine losgetreten hat und für die Putin im Westen die Prügel abbekommt. Das sollte weiteres Ressourcen-Sharing – wenn nötig – gegen den Willen der ursprünglichen Eigner vorbereiten.

Etwas ganz Neues trug Oberspekulant und Rauschgift-Promotor, George Soros, vom Soros Fund Management LLC vor: „In einem deflationären Umfeld kann das Gewicht der aufgehäuften Schulden das Bankensystem versenken und die Wirtschaft in eine Depression führen. Das muß auf alle Fälle verhindert werden“. Zu Deutsch: Kauft mir meine faulen Papiere ab – aber schnell! Das hat sich vor allem Frau Merkel für bestimmte Kunden mit bestimmten Pässen zu Herzen genommen. Der Wirtschaft, schon gar nicht der deutschen, hilft so etwas natürlich nicht – das wissen die Elitären, aber sagen dem Volk etwas anderes.

„Die ganze Welt ist eine in sich geschlossene Wirtschaft. Steuerliche Anregungen werden nicht funktionieren, wenn sie nicht koordiniert eingesetzt werden“ meinte Justin Yifu Lin, Senior Vize-Präsident und Chef-Ökonom der Weltbank mit Sitz in Washington DC. Wie soll man sich die Koordination anders vorstellen als „durch eine Weltautorität“? Dagegen meint der Finanzminister Südafrikas nach dem Sturz Mbekis, Trevor Manuel: „Einer der größten Fehler wäre Multilateralismus“. Doch dann folgt sogleich die Klärung: „Wir haben Schuldner- und Gläubigerstaaten erlebt, und das muß sich ändern“. Wie? Welteinheitsstaat! Was ist daran „multilateral“? Daß alle ihm gleicherweise untertan sind. Das hatten sich die Chinesen anders vorgestellt. Aber auch Obama, einer der Spitzenkandidaten für den Vorsitz? Kofi Annan, Generalssekretär der Vereinten Nationen (1997-2006) und einer der Vorstände des Weltwirtschaftsforums 2009 sagte daher: „Eine bessere und engere internationale Koordination der Wirtschaftspolitik durch eine Stärkung des multilateralen System und eine entschlossene Zurückweisung des Protektionismus bietet den besten Weg, um die schlimmste globale Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg zu überwinden“. Hier geht es wieder gegen den Protektionismus und besagt nur: „die Gleichen dürfen weiter machen wie bisher, nur eben mit gleichen ‚Freiheiten’ in allen Staaten und Ländern“.

Und noch einmal Trevor Manuel aus dem neuen Südafrika: „Steuerliche Anregungen, die in vielen Ländern, auch in den USA angenommen wurden, sind wichtig, doch sind sie nicht genug um den wirtschaftlichen Niedergang aufzuhalten. In Fact, es besteht das Risiko, daß all diese staatlichen Interventionen zu nichts führen werden“. Da haben Sie’s. Die Pakete helfen der Wirtschaft nicht, nur den Soros und einigen Mitspekulanten und deren „guter Sache“. Auch Stephen S. Roach, CEO von Morgan Stanley und Hong Kong SAR jammert beredt über die größte Krise seit eh und je, die sie mit ihren Geldgeschäften so erfolgreich zuwege gebracht haben und für die es keinen „quick fix“ mehr gibt. Deshalb für am „fixing“ des Weltfinanzsystems und „dealing with unsustainable global imbalances“ kein Weg vorbei. Und weiter: Um wirksam zu sein, benötige eine multilaterale „financial entity“ Zähne. Er meint: „Das Problem ist, daß es keinen Erzwingungsmechanismus gibt, keine Strafen für Fehlverhalten. Niemand will die nationale Autorität preisgeben. Ohne eine multilaterale Einheit, die auch bellen und beißen kann, gelangen wir nirgendwo hin“. Na, bitte! Wir werden das Bellen und Beißen der Zentrale zu spüren bekommen, und schließlich von ihr aufgefressen werden. Schließlich hat man schon lange etwas von Übervölkerung vorgeklagt.

„Es ist leicht mit dem Finger auf die USA zu zeigen. Wir haben doch alle Nutzen von der Globalisierung gehabt. Hören wir auf Leute anzuklagen. Jetzt ist gemeinsames Handeln nötig“ sagte der Young Global Leader aus der Türkei und CEO der Dogus Group, Ferit F. Sahenk und meint seines gleichen mit dem „wir“. „Das multilaterale Financial System braucht Stärkung und vor allem wirklichen Biß“ faßte Michael J. Elliott das Ergebnis des ersten Tages zusammen. Aber es fehlte noch etwas. Natürlich, Klimaschutz! „Wir sind in einer Situation, daß der Klimawandel „mainstream“ wird und alle Geschäftsentscheidungen beeinflußt“. Die Rettungspakete „dürfen nicht die Gelegenheit verpassen, grüne Energie voranzubringen” betonte Steve Howard, CEO der „Climate Group“ des Vereinigten Königreiches (UK).

President Obama eilt bei seinen umweltpolitischen Zielen rasch voran, schrieb John M Broder der New York Times vom 26. Januar unter der Überschrift „Wachsender Streit zwischen den US Demokraten über die Klimapolitik“, aber „die Klimaerwärmung in Angriff zu nehmen erweist sich als schwieriger und teurer als die neue Abgasregelung für Autos, die er am Montag mit einem Federstrich besiegelte. Einige demokratische taten sich zusammen, um eine Gesetzgebung zu bekämpfen, von der sie annehmen, daß sie die Wirtschaft bei sich weiter schädigt“. Selbst „das UK verliert seinen Fable für erneuerbare Energie und stellt die künftige Energiesicherheit und die Klimaziele der Regierung in Frage, sagte Lord Smith der Financial Times am 27. Januar. In Deutschland fehlt dazu der Mut, wenn nicht schon die Einsicht.

Der frühere, inzwischen pensionierte Chef des Weltklimaschutzguru James Hansen von der NASA, der Atmosphärenforscher, Dr. John S. Theon, wandte sich erbost an die Öffentlichkeit, weil Hansen mit seinem lügnerischen Klimageschwätz die „NASA blamiere“. Weil ihm niemand „über den Mund gefahren sei“, müsse er, Theon, sich jetzt öffentlich der wachsenden Zahl internationaler Wissenschaftler anschließen, die die Angstmache über eine vom Menschen gemachte Klimakatastrophe widerlegen. „Ich füge meinen Namen gerne zu den Namen derer hinzu, die abstreiten, daß die Klimaerwärmung menschengemacht sei“ schrieb Theon dem Minority Office beim Environment and Public Works Committee am 15. Januar 2009. Näheres dazu unter diesem Link.

Wie lange wollen Sie den elitären Lügnern noch glauben? Aber wem sonst, wenn man nicht selbst denkt?