Wer mit der Lüge lebt

Am 24. März stellte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Ulrich Kelber in einer Presseerklärung ausdrücklich gegen „die Behauptung von EON, Atomenergie sei eine Brückentechnologie ins Zeitalter der Erneuerbaren Energien“ fest: „Damit wird immer deutlicher: Atomenergie ist eine Hemmschuhtechnologie, die einer klimaverträglichen Energieerzeugung und mehr Wettbewerb auf den Energiemärkten im Wege steht […] Mit der Blockade des Atomausstiegs sollen die Monopole am Strommarkt verlängert und der Ausbau der Erneuerbaren Energien behindert werden. Dies gefährdet die Klimaschutzziele Deutschlands, behindert die Schaffung von Arbeitsplätzen im Bereich der Erneuerbaren Energien und zementiert die überteuerten Strompreise der Energiekonzerne. Die SPD stellt sich dieser Politik klar entgegen“ (Quelle).

In einem zeitgleichen Bericht der Solarwirtschaft liest man unter anderem: „Mit ihrer heutigen Teilnahme an der Grundsteinlegung für eine neue Solarfabrik der Firma ersol Solar Energy AG, ein Unternehmen der Bosch-Gruppe, gibt die Bundeskanzlerin ein klares Bekenntnis für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien. In einem Podcast des Bundeskanzleramts zu dem Event erklärt Angela Merkel: Die Grundsteinlegung findet in einer Zeit statt, wo es gerade wichtig ist, nicht die Investitionen in die Zukunft zu vergessen, sondern uns auf die Zeit nach der internationalen Wirtschafts- und Finanzmarktkrise vorzubereiten“.

Alle etablierten Parteien und die häufig diffamierte „Großindustrie“ (Eon als Beispiel), wollen das Gleiche, den raschen Übergang „ins Zeitalter der erneuerbaren Energien“: Weg von der Kohle – wegen des angeblichen Klimaschutzes, weg von der Kernenergie, wegen der angeblichen unsicheren Handhabbarkeit. Die dazu vorgetragenen Gründe unterscheiden sich zuhörerspezifisch: Die SPD setzt auf das neoliberale Wunderpaket „mehr Wettbewerb“. Mit diesem Argument hatte man die Regelungen beseitigt, die man zur Abwehr der vormals untragbar erscheinenden Vermachtung der Energieversorgung durch Wenige einst eingeführten hatte. Wie dieser „Mehr Wettbewerb“ die Strompreise hochgetrieben hat, haben wir erfahren – und zum Teil schon wieder vergessen. Also auf ein Neues!

Man spricht sich gegen Preistreiberei aus. Wer täte das nicht? Aber man will die preiswerte und berechenbare Energieerzeugung durch eine ersetzen, die aus technischen Gründen ineffizienter und aufwendiger ist, die man noch dazu künstlich verteuert (Sonne, Wind, Kot etc). Für „überteuerte Strompreise“ sorgt neben der Industrie, der man das durch Neuregelungen erst ermöglicht hat, vor allem die Politik, nicht zuletzt durch die von ihr gegen alle wirtschaftliche Vernunft geförderten Erneuerbaren Energien. Das letzte aller Argumente ist: Dadurch schaffe man Arbeitsplätze. Ja es geht hier nur um Arbeitsplätze aber nicht um Einkommen aus sinnvoller Arbeit. Wie eine unwirtschaftlichere Produktionsweise Einkommen schaffen soll, die eine wirtschaftlichere nicht schafft, bleibt Parteiengeheimnis. Arbeitsplätze könnte man auch „schaffen“, wenn man Lastwagen abschaffte und durch Eselkarren ersetzte oder die Alpen abtrüge, um sie an der Ostsee neu aufzuschütten.

Worum geht es bei der Erneuerbaren Energie? Dabei sollte man nicht auf die Propaganda hören, sondern deren immanenten Zweck beachten („an ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen“). Geht es um Klima oder den Mangel an Rohstoffe? Die energetische Nutzung der Kernbindungskräfte statt der molekularen, stellt uns nicht nur aus heutiger Sicht schier unendliche Mengen an Energieressourcen zur Verfügung, mit ihrer Hilfe (z.B. der Fusionsfackel) ließen sich Trinkwasser aus dem Meer und jede Art Werkstoff aus beliebiger Bodenerde herstellen.

Fortschritte folgen einer Dynamik. Ein Flugzeug erreicht das Flug-Regime nur, wenn es mit der Fortbewegung am Boden eine entsprechende Geschwindigkeit überschreitet. Ähnliches gilt für technische (Re-)Produktionswirtschaften. Sie erreichen ein neues technologisches Regime erst durch die Überschreitung einer bestimmten Energiedichte (Energie pro Kopf, Energie pro Fläche Lebensraum). Die Festlegung unseres (Re-)Produktionssystems auf regenerative Energien hat ein eindeutig ableitbares und damit klar erkennbares, immanentes Ziel: Die Errichtung einer stationären Gesellschaft, einer Gesellschaft, die eingebunden in Naturnotwendigkeiten sich nicht mehr über ihre „Grenzen des Wachstums“ hinwegsetzen und damit ihre politische Führungsstruktur nicht mehr verändern kann. Das Festzurren der Gesellschaft auf Erneuerbare Energien liegt eindeutig im Interesse der „herrschenden Schicht“, das heißt derer, die über das etablierte Fiat-Schuldgeldsystem die Gesellschaft mit ihren Medien, Politischen Kostgängern und Führungshampelmännern fest im Griff hat. Gesellschaftliche Veränderungen lassen sich nicht willkürlich veranlassen – in diesem Punkt hatte Karl Marx ausnahmsweise Recht – sie werden über systemische, die Produktivität qualitativ steigernde Veränderungen des (Re-)Produktionsapparates erreicht.

Kernenergie öffnet den Weg für eine qualitative Weiterentwicklung der Gesellschaft mit weniger Versorgungsengpässen für die unteren Schichten, mehr Freiheitsgraden zur Entfaltung der Menschen (z.B. mehr Geist und naturwissenschaftliche Erkenntnisse statt PS im privaten Fahrzeug) aber auch mit höherer Komplexität (z.B. durch Ausweitung des Lebensraumes auf das Planetensystem, Abenteuer für Gelangweilte). Hier liegt der eigentliche Grund, warum die Kernenergie von roten, grünen, braunen, gelben, schwarzen oder sonstwie eingefärbten Knechten und Sonderkostgänger der globalen Hochfinanzmafia (der „Verschwörer“, die man nicht sehen darf) verteufelt wird, und „Klimaschutz“ als Mittel der Kontrolle und Eindämmung des Energieverbrauchs propagiert wird.

Das Klima kann und will niemand schützen. Worum es unter anderem geht, konnte man zum Beispiel in „Mail online“ vom 26. März lesen (eigene Übertragung): Das Ausspionieren der Allgemeinheit hat neue Höhen erklommen, nachdem nun lokale Behörden Flugzeuge aufsteigen lassen, um Haushalte ausfindig zu machen, die Energie verschwenden. Infrarotkameras werden eingesetzt, mit deren Aufnahmen Beamte Leute identifizieren können, die gegen Verbrauchsvorschriften verstoßen, um sie aufzusuchen und über ihre Umweltsünden aufzuklären beziehungsweise sie dafür zu bestrafen. Das geschieht bereits im Broadland District Council in Norfolk. Dort hat man für £30,000 ein entsprechendes Flugzeug mit Infrarotausrüstung angemietet. Da sich das als erfolgreich, sprich einträglich erwiesen hat, wollen andere Kommunen dem Beispiel folgen. „Kritiker sehen darin einen weiteren Versuch der Behörden ihre Nase in jede Lebensgewohnheit der Bürger zu stecken“ (Quelle). Aber nicht nur das! Auch das schafft „Arbeitsplätze“. Außerdem ist die bestmögliche Überwachung das Ziel von Machthabern in Übergangszeiten, wenn der Übergang zu einer freieren Gesellschaftsordnung anstünde aber verhindert und unterdrückt werden soll.

Auch über die praktischen „Kosten“ dieser Entwicklungsunterdrückung hat sich die Sunday Times vom 22. März am Beispiel England unter der Überschrift „UK Population must Fall to 30 Mio., says Porritt” unzweideutig ausgelassen. Etwas Ähnliches war vor Jahren schon von US-Außenministerin Albright zu hören, die damals Deutschland eine Bevölkerung von 8 Millionen und Rußland eine von 15 Millionen Menschen zubilligen wollte. Was sagte nun Jonathon Porrit, einer der führenden Berater von Gordon Brown? „Großbritannien muß seine Bevölkerung drastisch reduzieren, um eine „nachhaltige“ („sustainable“) Gesellschaft zu errichten. Er sagte das diese Woche bei der Jahreskonferenz des Optimum Population Trust (OPT), dessen Patron er ist. Der Trust wird demnächst Forschungsarbeiten veröffentlichen, wonach die Bevölkerung im Vereinigten Königreich [von 62 Mio., H.B.] auf 30 Millionen verringert werden muß, wenn sie sich in Zukunft selbst „nachhaltig“ [also mit erneuerbaren Energien, H.B.] ernähren will“. […] Porrit „wird dabei von Professor Chris Rapley, dem Dirketor des Science Museum wissenschaftlich unterstützt. Der wird die OPT Konferenz, die bei der Royal Statistical Society stattfindet, nutzen, um davor zu warnen, daß Bevölkerungswachstum [oder Beibehaltung, H.B.] den Versuchen zur Treibhausgasreduktion entgegenwirkt“. Dem folgt in der Zeitung die übliche Klimaschutz-Litanei und zur Rechtfertigung etwas „Betroffenheit“ wegen der Menschen in den unterentwickelten Ländern. Und dann weiter „Viele Experten glauben, der Welt würde es, da die Europäer und Amerikaner einen so einseitigen Zugriff auf die Umwelt haben, mehr nützen, wenn man dort die Bevölkerung reduzierte als in den Entwicklungsländern“. Diese Schlußfolgerung ist für den Herrschaftserhalt logisch, da Aufstände der Bevölkerung in den Industrienationen dem Regime gefährlicher würden als solche in Entwicklungsländern, die man problemlos niedermachen kann, wie im Nahen Osten – wenn man will – wieder einmal zu beobachten.

Haben Sie sich einmal ernsthaft überlegt, daß wir nun schon fast sieben Jahre lang unsere „Freiheit” am Hindukusch verteidigen, in dem wir dort Leute umbringen und Sachvermögen zerstören lassen, nur weil die Menschen dort nicht nach unserer Pfeife tanzen und unserer Hochfinanz nicht die Recht auf ihr Land abtreten wollen, um es zum Beispiel als Durchlaß für den Raub des Kaspischen Erdöls zu nutzen? Die meisten billigen das zwar nicht mit Worten, tun es aber durch ihre Steuern und die Wahl der dafür verantwortlichen Politiker. Manche glauben an die Rechtmäßigkeit, weil sie den Medien glauben und das Öl brauchen. Sie glauben aber nicht, daß folgende Verlautbarungen ernst gemeint sind und für sie selbst Folgen haben werden.

„Der allgemeine Feind der Menschheit ist der Mensch. Auf der Suche nach einem neuen Feind, der uns vereinigt, kam uns die Idee der Umweltverschmutzung, die Bedrohung durch globale Erwärmung, Wasserknappheit, Hunger und dergleichen. Alle diese Gefahren werden durch menschliche Eingriffe verursacht und sind nur durch veränderte Einstellungen und Verhalten zu überwinden. Der eigentliche Feind ist daher die Menschheit selbst“ (Club of Rome, Gründungsdokument). (Gemeint ist die breite Masse im Unterschied zu der Kleinen Schar der monetär Auserwählten).

„Wir müssen auf der Klimaerwärmung herumreiten, sogar wenn die Theorie der globalen Erwärmung falsch sein sollte, wir tun dabei das Richtige hinsichtlich der Wirtschaft und der Umweltpolitik“ (Timothy Wirth, Präsident der United Nations Foundation und des „Better World Fonds“) (besser für wen?). Beide Organisationen wurden als Hauptberaterstäbe für die Vereinten Nationen 1998 aufgrund einer größeren Spende des Medienmoguls Ted Turner gegründet. Als US-Senator hatte Wirth 1988 das Treffen mit James Hansen (NASA) organisiert, auf dem die Klimahysterie weltweit losgetreten worden war.

„Es kommt nicht darauf an, was stimmt, sondern nur darauf, daß die Leute glauben, daß es stimmt” (Paul Watson, Mitbegründer von Greenpeace).

„Wir stehen am Rande einer weltweiten Umgestaltung. Alles, was wir dazu brauchen, ist die richtig große Krise“ (David Rockefeller – Exponent der Hochfinanz und Mitglied der Club of Rome Geschäftsführung) (diese und weitere ungeheure Zitate und deren Belege sind unter dieser Quelle zu finden).

Ihre „größere Krise“ hat die Hochfinanz inzwischen, muß aber, um am Ruder zu bleiben, noch zu viele Menschen gegen einander auszuspielen. Das soll sich, so glaubt sie, mit Ihrer passiven Hilfe bald ändern. Es ginge auch anders, wenn die meisten zu sich und anderen gegenüber ehrlich wären, denn „nur die Wahrheit wird euch frei machen“.

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Vorsicht »Reformen«!

Der größte US-Versicherungskonzern und Finanzdienstleister, die American International Group (AIG) mit etwa 116.000 Mitarbeitern hatte im Jahre 2008 ganze 100 Milliarden US-Dollar verspielt und von der US-Regierung zum Überleben 150 Milliarden Dollar Kredithilfe auf Basis der Steuereinnahmen bekommen. US-Präsident Obama und ein Großteil der finanzgebeutelten US-Bürger waren sehr verärgert zu erfahren, daß AIG trotz Stütze noch etwa 450 Millionen Dollar an Boni (165 Millionen Dollar mehr als vor einem Jahr) an die Top-Manager für ihre Verluste in 2008 ausbezahlt habe. Ähnlich wie in Deutschland regen sich dort „Politiker“ über solche Zahlungen künstlich auf.

Obama protzte am 16. März, er habe Finanzminister Timothy Geithner angewiesen, die (schon erfolgten) Zahlungen an AIG zu blockieren. „Es geht hier nicht nur um Dollar und Cent, es geht um fundamentale Werte“, meinte er mit Blick auf die wachsende Kritik an den Bonuszahlungen für jeden nachvollziehbar, und weiter: AIG „ist ein Unternehmen, das sich wegen Draufgängertum und Gier in finanzieller Notlage befindet“. Auch US-Notenbankchef Ben Bernanke pflichtete bei: „Die Zeit dieses Luxuslebens ist jetzt vorbei“. Angesichts der Finanzkrise und der staatlichen Rettungsgelder sollten die Banker „Demut“ vorleben (Quelle).

Der Hauptvorwurf richtet sich aber dagegen, daß AIG (aufgrund zuvor eingegangener Verpflichtungen) rund 120 Milliarden Dollar an Vertragspartner in den USA, aber vor allem weltweit gezahlt habe. Die Deutsche Bank und die französische Societé Generale bekamen jeweils rund zwölf Milliarden Dollar (fast 13 Milliarden Dollar gingen an die Investmentbank Goldman Sachs). Obamas Töne kamen beim Wähler gut an. Er setzte daher noch die Drohung drauf, er werde, falls AIG nicht die Namen der Nutznießer bekannt mache, den Konzern verklagen. Dafür gab es wieder einmal Ovationen. AIG hat nun einen der Zahlungsempfänger genannt: Senator Barack Obama bekam für 2008 selbst einen Bonus in Höhe von 101.332 US-Dollar von der AIG in Form von Wahlkampfspenden. So viel zu den „fundamentalen Werten“ der politischen Klasse im Westen. Insgesamt hatte die AIG 2008 nach opensecrets.org 9,7 Mio. US-Dollar für politische Einflußnahme (durchschnittlich 53.000 pro Abgeordneten) ausgegeben (2007 waren es allerdings noch über 14 Mio. US$ gewesen). Zu Bernankes „angemessener Demut“: man einigte sich mit der AIG darauf, daß die bemitleidenswerten Empfänger der Bonuszahlungen 50% davon zurückbezahlen – und damit „Schwamm drüber“ (ob auch Obama zahlt, ist höchst fraglich). Haben Sie sich einmal überlegt, wie es zu den Riesengehältern kam, und wer dafür verantwortlich ist? Die Eigentümer müssen den Gehältern der Vorstände und den Tantiemen der Aufsichtsräte (die keine Aufsicht führen) zustimmen. Wer sind denn, von etwas Streubesitz abgesehen, die Eigentümer? Eben! Auch hier herrscht das westlich-imperiale Prinzip des Mitverdienen-Lassens am Ausverkauf nationaler Volkswirtschaften. Lassen Sie sich nicht von Theaterdonner ent-rüsten.

Die Schulden der US- Regierung haben inzwischen mit mehr als 11 Billionen US-Dollar den höchsten Stand in ihrer Geschichte erreicht. Am 19. März las man in der New York Times, daß es damit noch nicht genug sei. Die private Zentralbank der USA, die FED, will eine weitere Billion Dollar drucken, um damit (gegen Verzinsung) Regierungsanleihen zu kaufen. Nachdem man sich 2008 schon 1,8 Billionen US$ aus dem Nichts gedruckt und für den Werterhalt allerlei kurzfristiger Papiere auf den Markt geworfen hatte, sollen es 2009 insgesamt drei Billionen sein, „um die wirtschaftliche Aktivität anzuregen“, das heißt, um den Dow Jones aus dem Tief zu holen.

Der Dow legte bei Bekanntgabe auch gleich zu, während der Dollar weiter absackte. Der produzierenden Wirtschaft bringt das gar nichts, da der Kleine Mann mangels Einkommen nicht einkaufen kann und der „gerettete“ oder beschenkte Große Mann, der schon alles hat, sein Geld zum fiktiven Werterhalt für Wertpapiere ausgibt. Deswegen glaubt auch Jan Hatzius von Goldman Sachs (auch nach NYT), daß selbst negative Zinsen auf Sparguthaben und Bankeinlagen (im Sinne der oberschlauen Silvio Gesell Anhänger) nichts bringen, denn Geld ist genug da, es ließe sich nur nicht einsetzen, niemand leihe sich etwas aus. Warum wohl? Das nun sagte Hatzius nicht, nämlich, weil alle die Geld zum Einkaufen gebrauchen könnten, schon bis zur Hutschnur verschuldet sind, er meinte aber: Die „Kontraktion“ der Wirtschaft ginge weiter und die Arbeitslosigkeit steige auf 9%.

Der April naht, der die „Neuordnung der Weltfinanzen“ bringen soll. Daher unterbreitete Moskau am 17. März Vorschläge zum bevorstehenden G20-Gipfel in London. Darin macht sich Rußland als Sprecher der Schwellenländer beim Gerangel um die künftige Weltwirtschafts-Ordnung. Der Verfasser des Dokuments listete alle Nöten und Hoffnungen der Dritten Welt auf, beschuldigt die führenden Industrienationen, die aktuellen Wirrungen verursacht zu haben und schlägt deshalb vor, auf das monopolare Weltfinanzsystem zu verzichten und ein neues System zu schaffen, das auf der Zusammenarbeit der weltweit wichtigsten regionalen Finanzzentren und ihren Währungen fußen soll. Daraus ist zu ersehen, daß es Rußland weniger um eine Neuordnung als um seinen Aufnahmeschein in die globale Finanz-Mafia geht. Natürlich will man auch, wie es alle angeblich vorgeben, die Volatilität der Währungs- und Rohrstoffpreise ein wenig senken. Doch die von Rußland angestrebte Schaffung mehrerer globaler Finanzzentren ist ein Witz. Finanzmärkte entstehen dort, wo die internationale Finanzmafia agieren will und nicht dort, wo sich ein Polit-Präsident hinstellt und sagt: „Hier ist ab jetzt ein Finanzzentrum“.

In Moskaus Vorschlägen fehlte der Vorschlang von Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew vom 11. März auf dem Wirtschaftsforum in Astana (siehe letzter Spatz). Er hatte die Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) aufgefordert, im Zahlungsverkehr zwischen den Mitgliedstaaten statt US-Dollar eine gemeinsame, bargeldlose Verrechnungseinheit – vergleichbar dem ECU vor Einführung des Euro – zu verwenden. Der Kurs der neuen Währung, die nach Nasarbajews Worten „Euras“ oder „Eurasia“ heißen könnte, dürfe nicht mehr von den Schwankungen der globalen Währungen abhängen.

Der kasachische Außenminister Marat Taschin ruderte nun laut RIA Novosti vom 17. März unauffällig zurück: Die Initiative ziele auf eine Stabilisierung des Weltfinanz- und Währungssystems und fordere noch nicht die Gründung einer gemeinsamen Regionalwährung. „Diese Idee hat einen strategischen Charakter und muß noch im Rahmen der EAWG besprochen werden“ meinte sein russischer Kollege Sergej Lawrow am 14. März in Moskau nach einem Treffen mit Taschin: „Die Idee wird natürlich weitergesponnen“. Man sei sich darin einig, daß keine Einzelwährung unter den jetzigen Bedingungen in der Lage sei, als allgemeine Stütze zu dienen. „Deshalb müssen die wachsende Bedeutung anderer Währungen wie auch die Potenzen der Integrationsvereinigungen berücksichtigt werden“. Ist es wegen solcher „Potenzen“, daß Rußland seinen längst überfälligen Vertrag mit dem Iran über die Lieferung von Luftverteidigungssystemen nicht erfüllt, aber andererseits in der letzten Zeit enorme Verteidigungsanstrengungen im Bereich Interkontinentalraketen und jüngst auch bei der U-Boot-Flotte angekündigt hat? Der 2001 gegründeten Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) gehören Rußland, Weißrußland, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan an. Usbekistan kündigte seine Mitgliedschaft aufgrund westlicher „Potenzen“ Ende 2008.

Weiß Moskau nicht, wo es steht, oder laviert es geschickt im Trüben? Jedenfalls nimmt es seinen eigenen Vorstoß in Richtung Londoner Finanzgipfel nicht so ernst und plant vor der Londoner eine internationale Konferenz in Moskau, um eine „neue globale Finanzordnung“ auszuhecken. Es sieht wohl ein, daß es zu wenig ist, den „finanziellen Monopolismus der USA“ eindämmen zu wollen. Die Finanzmafia bedient sich zwar der US-Army und US-Regierung, ist aber keine us-amerikanische Angelegenheit. Sie ist die globale Gemeinschaft der Mitverdiener von Gnaden der Hochfinanz. Und die Hochfinanz? Das sind neben weniger bekannten extrem reichen Uralt-Familien, die Eigentümer der Federal Reserve Bank, etwa die Rothschild Banken in Berlin und London, Lazard Frer in Paris, Israel Moses Seif Banks of Italy, Warburg Bank Hamburg und Amsterdam, Chase Manhatten, Kuhn-Loeb und Goldman Sachs – also wenige Privatmänner mit der Lizenz zur Geldschöpfung ex nihilo. Sie stehen weit über den Feudal- oder absolutistischen Adeligen, gegen die sie vor gut 200Jahren die glorreiche demokratische Revolution in Auftrag gegeben hatten.

Mit dem Interesse am „Schwundgeld“ schwindet auch seine Macht. China hat dem russischen Öl-Konzern Rosneft 15 Mrd. Dollar, und dem Rohrnetzbetreiber Transneft 10 Mrd. Dollar gepumpt. Damit hätte sich das Land gut in die westliche Hochfinanz einkaufen können. Doch was hätte das dem Land außer Schwierigkeiten gebracht? Auch sonst schwimmen den USA im Osten die Fälle davon. Tschechiens Regierung will das US-Raketenschild nicht mehr haben und fordert vorsichtig Aufschub. Moldawien und Transnistrien einigten sich nach dem blutigen, prowestlichen Bürgerkrieg unter Anleitung Moskaus überraschend wieder. Die Russen kommen mit den Türken, dem alten NATO Vorposten, der ihnen die Turkvölker Zentralasiens abspenstig machen sollte, ins Geschäft. In der Ukraine verlieren die orangenen Assets an Einfluß. Neben anderen Oppositionellen forderte Vizechefin der Partei der Regionen, Anna German, kürzlich die Amtsenthebung Präsident Viktor Juschtschenkos und fordert die Regierungschefin Julia Timoschenko etwas freundlicher zum Rücktritt auf. In Georgien zittern die Straßen von den Schlachtrufen gegen den US-Wahlenkopierer und Kriegstreiber Sakaaschwili.

Während Rot-Grün – offensichtlich auf Kommando – deutsche Arbeiter für zu schlampig hält, um Kernkraftwerke ordentlich bauen und betreiben zu können (warum sonst ihr „No!“), hat die russische Rosatom mit Nigerias Atomagentur einen Vertrag über ein Atomforschungsprogramm und den Bau eines Forschungsreaktors und eines Kernkraftwerks geschlossen. Ähnliche Zusammenarbeit wurde mit Indien, Venezuela, mit dem Iran trotz des US-Einspruchs und nach 10-jähriger Unterbrechung wieder mit Nordkorea angebahnt. Und am 19. März glaubte die Regierung in Moskau die Nato davor warnen zu müssen, weltweite Militäreinsätze ohne Zustimmung der Vereinten Nationen zu planen. „Im Vorfeld des Nato-Gipfels in Straßburg verfolgen wir die Diskussionen in der Allianz aufmerksam. Die Appelle, das Potential der Nato auch ohne UN-Mandat aktiver einzusetzen, stehen zur Debatte“, sagte Andrej Nesterenko, Sprecher des russischen Außenministeriums, am 19.3. vor Journalisten. Erst vor kurzem hatte der russische NATO-Botschafter Dimitri Rogosin der Allianz vorgeworfen mit der UNO „konkurrieren“ zu wollen. „Heute bekommen wir weitere Hinweise dafür, daß die Nato ihre Rolle globalisieren will.“, sagte Rogosin im Radiosender RSN am gleichen Tag. Die Nato wolle offenbar eine „Demokratien-Liga“ gründen, um den UN-Sicherheitsrat dadurch in gewissem Maße zu ersetzen. Dieser Versuch bedeute eine „ernsthafte Herausforderung an die meisten Länder der Welt“, betonte Rogosin.

Interessant, daß Global Europe Anticipation Bulletin in der GEAB Nr. 33N auch wachsende Spannungen in den transatlantischen Beziehungen vor dem G20 Gipfel erkennt und Versuche der Wallstreet und der London City zur weiteren Destabilisierung des Euro und des europäischen Bankensystems. Quo vadis pecunia? (statt „Geld“ kann man ebenso „Stück Rindvieh“ übersetzen). Leute, es wird zunehmend spannend in der Welt. Ach so, fast hätte ich’s vergessen: Was wird aus Ihrem Geld? Sie können es sich an den Hut stecken, wenn keiner mehr etwas Vernünftiges produziert. Und wer sorgt dafür? Die Arbeitslosigkeit bricht weltweit so schnell und rasant aus, wie nie zuvor. Das ist die langfristige Wirkung des Fiat Money, des Schuld-Geldes.

Der vorherrschende Antisinn

Fehlende Perspektive und unbeantwortete Sinnfragen können töten, vor allem wenn Phantasie und Vorstellungsvermögen des Nachwuchses von den Kaufleuten der Brutalität mit Bildern und Vorstellungen von Horror- und Greuelszenen aller Art bis zum Erbrechen angefüllt werden. Aber Geschäft ist Geschäft und im Westen heilig. Daß offengebliebene Sinnfragen töten können (wenn auch nicht in jedem Fall – ihr Herren Psychologen und Geschäfteverteidiger) haben nicht nur Menschen beim Amoklauf in Winnenden erfahren, sondern auch US-Militärs: „Im Januar haben wir mehr Soldaten aufgrund von Selbstmorden verloren, als an Al Quaida“, klagte Paul Rieckhoff, Direktor der Veterans of America der Nachrichtenagentur Associated Press. Zu den Gründen, welche die Soldaten in den Selbstmord treiben, befragt meinte US-Army-Sprecher für Personalfragen, Oberstleutnant Mike Moose: „Wir wissen es nicht und haben auch kein besonderes Problem feststellen können“. Aber man sei sich der Dringlichkeit von Maßnahmen bewußt. Die Army plane ein Programm zur „Selbstmord-Präventation“ für alle Soldaten. Zudem seien, ähnlich wie nach Winnenden, die Einstellung von zusätzlichen Psychiatern und anderen Fachkräften, sowie Programme für zu Hause und an der Front geplant: das heißt wie immer nur, noch gezieltere Manipulation. Ob die etwas ändert? oder nur das im Westen allgemein grassierende „induzierte Irresein“ verstärkt werden soll?

Prof. Michel Chossudovsky hat auf der Web-Seite „global research“ bemerkt, daß die USA das Kampfteam der 1. Infantriebrigade der 3. Armee seit einigen Monaten aus dem Irak zurück beordert hat. Er fand das extrem beunruhigend, weil diese Einheit „nach offiziellen Berichten vielleicht herangezogen werden soll, um bei der Niederschlagung ziviler Massenunruhen zu helfen“. Welches Szenario könnte so etwas rechtfertigen, wo das altehrwürdige „Posse-Comitatus“-Gesetz von 1878 den innenpolitischen Einsatz regulärer US-Truppen strikt und eindeutig verbietet? Chossudovsky vermutet: „Zivile Unruhen aufgrund der finanziellen Abschmelze sind bei den weitreichenden Auswirkungen des Finanzkollaps auf die lebenslangen Ersparnisse, die Rentenkassen, den Hausbesitz, etc. eine naheliegende Möglichkeit“.

Wenig später veröffentlichte das Zentrum für Globalisierungsforschung auf seiner Webseite einen Artikel von Wayne Madsen. Darin bezieht er sich auf einen Bericht mit der Kurzbezeichnung „C & R Document“, der mit höchster Geheimhaltungsstufe unter führenden Mitgliedern des US-Senats und ihren Spitzenberatern umgeht. Er meint „C“ stünde hier für Conflict und „R“ für Revolution, denn beides hielten US-Politiker angesichts der Finanzkrise für höchst wahrscheinlich. Herr Madsen schreibt, im Dokument werde behauptet, daß das ernstzunehmende Finanzchaos einen größeren Krieg auslösen werde, wenn sich Washington weigere, seine Auslandsschulden zu bedienen, und/oder zu massiven Aufständen vielen in US Städten führen werde, wenn die US-Bevölkerung beträchtliche Steuererhöhungen nicht akzeptiere. Auch Amerika selbst, so scheine es, sei nicht gegen eine „regimebedrohende Instabilität“ gefeit, wie das Pentagons und die 36 aktiven US-Geheimdienste im Dienst der Finanzclique sich in dem Papier ausdrückten. Der US-Regierung sei dieses „worstcase-scenario“ nicht entgangen, und es scheine, als würde sie sich darauf einstellen. Sind das nun „linke“ Wunschträume oder ernst zu nehmende Tatsachen?

Es gibt in dieser Sache noch ein weiteres, weniger eindeutig formuliertes, dafür aber „offizielles“ Papier. Es wurde von einem Nathan P. Freier verfaßt und schon im November 2008 vom Institut für Strategische Studien der US-Armee (US Army Strategic Studies Institute) unter dem Titel Known Unknowns: Unconventional „Strategic Shocks“ in Defense Strategy Development (Bekannte Unbekannte: Unkonventionelle „Strategische Schocks“ in der Entwicklung der Verteidigungsstrategie) herausgegeben (Quelle). Danach sollte sich die US-Armee auf „unkonventionelle strategische Schocks“ vorbereiten. Im Zuge dessen müßten sich die Streitkräfte auf „gewalttätige Unruhen strategischen Ausmaßes in den Vereinigten Staaten“ vorbereiten, die der „unvorhergesehene wirtschaftliche Einbruch“ und der „entschlossenen Widerstand der Bevölkerung im Inland“ auslösen könnten. Die bisherige Verteidigungsstrategie weise diesbezüglich drei Fehler auf: 1. sie sei im Allgemeinen reaktiv gewesen, sie habe es 2. an strategischer Vorstellungskraft fehlen lassen und sie sei daher 3. anfällig für Überraschungen gewesen.

Die letzte Regierung Bush erlebte in ihren ersten acht Monaten einen „Strategischen Schock“ (9/11), der das „ganze Spiel umwarf“. Das nächste Team wäre gut beraten zu Beginn ihrer Amtszeit einen ähnlichen „unkonventionellen, nicht militärischen Schock für das Verteidigungsministerium (DoD) zu erwarten. „Es wäre klug, darunter auch katastrophale Unruhen innerhalb der Vereinigten Staaten, zivilen Ungehorsam im Inneren oder entsprechende Gewalttaten dieser Art zu berücksichtigen“. Diese Unruhen könnten „ein Ausmaß annehmen, daß das Verteidigungsministerium gezwungen sei, die eigene Rolle im Hinblick auf die inneren Sicherheit und das In-Schach-Halten (control) der Bevölkerung neu zu bestimmen“. Was geht das nach dem „Posse-Comitatus-Act“ das DoD an? Was gehen der Macht Gesetze an (vgl. Grundgesetz und „unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen“)?

Im Sommer 2001, zu Beginn der im Bericht angesprochenen Amtszeit der letzten Regierung hatte die russische Ökonomin Tatyana Koryagina mehrmals davor gewarnt, daß der Dollar und die US-Wirtschaft in den folgenden Monaten kollabieren würden. Das geschah, möglicherweise wegen des Raubüberfalls auf Afghanistan (der nicht den Taliban galt, sondern der Ableitung des Kaspischen Öls) und des gleichermaßen räuberischen Überfalls auf den Irak, erst acht Jahre später. Nun, zu Beginn der neuen US-Regierung, warnt Professor Igor Panarin, früher Analytiker des KGB und Experte für Informationskriegsführung heute ranghoher Mitarbeiter im russischen Außenministerium, vor einem für die USA katastrophalen Bürgerkrieg, in dem die USA schon im Juni 2010 – so genau glaubt Panarin das zu wissen – in sechs Teilstaaten auseinanderbrechen würden. Allerdings sprich Panarin davon schon seit über zehn Jahren, ohne daß es dafür irgendwelche Anzeichen gab. Hat sich das mit der Krise geändert? Oder soll es nur, wie die ewigen Verfechter des USA-Ideals und seiner Weltsendung gerne möchten, den Hinweis liefern, daß Finanzkrise und mögliche Unruhen in ihrem Gefolge vom schurkischen Ausland von langer Hand vorbereitet worden sind?

Von langer Hand vorbereitet wird aber auch genau das, was Nathan P. Freier in seinem oben erwähnten Bericht den US-Strategen als Unterlassungssünde vorwirft. So findet sich dazu einiges in dem Buch des Gründers des „Club of Rome“ und Mitglieds des „Committee of the 300“, des 1984 verstorbenen Aurelio Peccei. Das Buch erschien 1969 unter dem Titel „The Chasm Ahead” („Vor dem Abgrund“, Macmillan, New York, ISBN 9780025953604) und faßt die Erörterungen eines Treffens zusammen, zu dem das Wissenschafts- und Technologie-Komitee der North Atlantic Assembly und das Forschungsinstituts für Außenpolitik (Foreign Policy Research Institute in Pennsylvania) eingeladen hatten. Es fand im Mai 1967unter dem Titel „Konferenz über Transatlantische Technologische Unausgewogenheit und Zusammenarbeit“ in Queen Elizabeths Privatschloß in Deauville, in Frankreich statt.

Hauptzweck der Konferenz von Deauville war die Durchsetzung der technologischen und industriellen Nullwachstums-Politik, wie sie vom danach gegründeten Club of Rome und der rot-grünen Bewegung eingeführt wurde. Die Ergebnisse der Konferenz schlugen sich in zwei Büchern nieder. Das eine war das Buch „Technotronic Era“ von Z. Brzezinski (US-Präsident Carters Sicherheitsrats-Berater und Gründungs-Direktor von David Rockefellers Trilateraler Kommission), das andere war das erwähnte Buch Pecceis, des Vorsitzenden dieser Konferenz. Peccei schrieb mit anderen Worten weitgehend das Gleiche wie Brzezinski, fügte aber neuen Punkt hinzu, daß die Welt künftig in Chaos versinken werde, wenn sie nicht von einer „Eine-Welt-Regierung“ beherrscht würde. Er ließ sich dort ausführlich über Pläne des Komitees der 300 aus, wie der einfache Mann („the common man“), den er als den Feind (the enemy) bezeichnete, zu zähmen sei. Dort zitiert Peccei zustimmend einen Ausspruch des polnischen Aristokraten Felix Dzerzinski, der als erster Chef des bolschewistischen Terrors für die Ermordung von Millionen Russen verantwortlich war und der seinem britischen Führungsoffizier, Sydney Reilly, einmal gesagt haben soll:

„Warum sollte es mich kümmern, wie viele Menschen dabei umkommen? Sogar die Christen Bibel sagt: Was ist schon der Mensch, daß Gott seiner gedenkt? Für mich sind Menschen nichts weiter als Gehirn auf der einen und eine Kotfabriken auf der anderen Seite“.

Eleonora Barbieri Masini zitierte bei der Feier zum zwanzigsten Todestag Pecceis am 23. November 2004 in Rom einen anderen Ausspruch des Meisters: „Es ist nicht unmöglich eine Revolution der Menschen voranzubringen, die in der Lage ist, den gegenwärtigen Lauf der Dinge zu verändern“. Diese Revolution ist längst im Gange. Ihr gehorcht „das Chaos“, das mit der gegenwärtigen Finanzkrise angerichtet wird, und aus dem der „Novus Ordo Seclorum“ (der von Franklin D Roosevelt in der Form eingeführten Ein Dollarnote) hervorgehen soll. Zur Steuerung des angerichteten Chaos dienen die geplanten, militärischen Vorbereitungen. Die Revolution der Finanzelite ist genau das, was das Bundesumweltministerium unter anderem in seiner schon letzte Woche erwähnten Broschüre vom September 2008 als „Die dritte Industrielle Revolution – Aufbruch in ein ökologisches Jahrhundert“ mit der „Klimakatastrophe“ als vorläufig lautester Rechtfertigung und mit dem Hauptziel: „Gürtel enger schnallen für die Finanzelite!“ anstrebt (Quelle).

Am 10. März forderte der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew anläßlich des Besuchs von Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Mundell in Astana eine einheitliche Weltwährung. Die Idee stammte vom westlichen Elite-Mann Mundell, der bei der gleichen Gelegenheit sagte: „Die Entstehung einer globalen Währung ist möglich, insbesondere hinsichtlich der erheblichen Dollar- und Euro-Kursschwankungen. Diese Währungen sollten untereinander ins Gleichgewicht gebracht werden“. Er fuhr fort „Wenn man mich aber fragt, ob diese neue Währung innerhalb der nächsten fünf Jahre entstehen kann, würde ich sagen, daß die Wahrscheinlichkeit dafür eher gering ist und bei etwa 30 Prozent liegt“. Ob beide das Gleiche meinen, ist fraglich. Nasarbajew hatte sich mit der Formel „absolut neues globales Devisensystem“ vielleicht für etwas ausgesprochen, was zur Zeit in der Shanghai Cooperation Organisation als Dollar freies Verrechnungssystem diskutiert wird.

Er hatte im Gegensatz zu Mundell möglicherweise einen ähnlich radikalen Schnitt vor Augen, wie ihn 1788 vor Christus, Rim-Sin, König von Larsa im Zweistromland vollzogen hatte. Der befreite die gesamte produzierende Wirtschaft seines Landes von ihren Schulden und trieb dadurch die Geldverleiher (Bankiers) in den Bankrott. Danach ging es der Wirtschaft und den Menschen in Larsa wieder bestens. Es gelang dem Sohn des amurritischen Heerführers Kudur-Mabuk, sein Reich lange Zeit gegen die Koalition der altorientalischen Finanzimperien Babylon, Isin und Uruk zu behaupten. Er ließ im großen Stil Kanäle anlegen, um neues fruchtbares Ackerland zu gewinnen und die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Schließlich gelang es 1763 v. Chr. (die Jahreszahlen sind umstritten) dem Finanzzentrum Babylon unter König Hammurapi Larsa zu erobern, Rim-Sin in Jamutbal im Elam gefangen zu setzen und das alte Kredit- und Verschuldungsgeldwesen, das uns seitdem bis heute fest im Griff hat und demnächst die Welt einheitlich in die Zange nehmen will, dort und anderswo wieder einzuführen. Babylon wurde zwar später von den Persern erobert, doch diese handelten damals schon als „Degen“ der Finanzhäuser Babylons, als diese sich von der eigenen Stadtbevölkerung bedroht fühlten. Auch unser eigentlicher, der Uraltadel, führt sich nicht, wie oft angenommen wird, auf germanische Häuptlings- oder antik-römische Adelsfamilien sondern – man glaubt es kaum – auf den persischen Adel zurück. Einer von denen, Karl Schwarzenberg: Adler und Drache. Der Weltherrschaftsgedanke. München: Herold; o.J. (um 1958), muß es ja wissen.

»Cash for Trash«

Im Mittelalter waren Fürsten, die ihre Bevölkerung ausnahmen und die Wirtschaft ihres Landes ruinierten, bald besiegt und beseitigt – Es sei denn, es fand sich eine der wenigen Großbanken, die sich des Fürsten als „Degen“ zum Schuldeneintreiben bedienen wollte. Entsprechende Rüstungs-Kredite waren damals deshalb mit so hohen Zinsen belegt, weil der Kredit an den Sieger für den verlorenen Bankkredit an den unterlegenen Gegner mit aufkommen mußte. Sich der Fürsten entledigt zu haben, gilt als große Errungenschaft der Neuzeit. Jetzt, in der hochgelobten Demokratie, durften die Untertanen zwischen mehreren austauschbaren Ersatzfürsten wählen. Ruinierte der jeweils gewählte sein Land, wurde er abgewählt und mit hoher Pension aufs Altenteil geschickt, wo er in Ruhe die Zuwendungen derer genießen durfte, die ihn „empfohlen“ hatten, das Land zu ruinieren.

Der Mißstand fiel nicht weiter ins Gewicht, da es nun ausschließlich auf die Wirtschaft ankommen sollte. Diese war kapitalistisch organisiert. Das heißt, der Unternehmer haftete mit seinem Besitz für die wirtschaftliche Solidität seiner Unternehmungen. Das spornte an. Arbeitete er nicht wirtschaftlich, war er bald Pleite und damit aus dem wirtschaftlichen Verkehr gezogen. So mancher Unternehmer, der reich geworden war und, um zu genießen, seine unternehmerische Verantwortung an gut bezahlte Verwalter weitergegeben hatte, verlor sein Unternehmer bald, weil sich der Verwalter mit der Konkurrenz zusammentat, das Unternehmen ruinierte und in der Konkurrenz, die schließlich das Unternehmen übernahm, zum Teilhaber avancierte. Das war Darwins „survival of the fittest“. War der Verwalter wirklich fit, flog so etwas nicht auf und wird neben vielen anderen Gründen deshalb kaum in der Wirtschaftsgeschichte erwähnt. Und heute?

Heute haben wir das Regime vollständiger Verantwortungslosigkeit. Politiker sind prinzipiell nicht für das haftbar, was sie tun. Die Folgen trägt das medial verdummte Wahlvolk. Verwalter, oder neudeutsch Manager, werden bei Mißwirtschaft allenfalls ohne Aufdeckung ihrer Taten mit sehr hohen Abfindungen aufs Altenteil oder zur höher dotierten Anstellung beim Mitbewerber entlassen. Die fiktive Seite der Kosten schlagen sich zum Teil in der Wertminderung der auf das Unternehmen bezogenen Wertpapiere nieder. Die wirklichen Kosten bekommt das Wahlvolk dann „vom Schicksal“ als Versorgungseinschränkung aufgetischt und nimmt es, dank der meinungsbildenden Medien, vertrauensvoll hin.

Geht es wie zur Zeit spürbar von Fall zu Fall vorwärts, so fühlt sich das Wahlvolk im Stich gelassen und ohnmächtig, zumal es noch erlebt, wie ihre gewählten Vertrauensleute 10 Mrd. Euro Steuergelder an die IKB, 18,2 Mrd. an die Commerzbank, 102 Mrd. an die Hypo Real Estate usw. durchreichen: Hunderte von Milliarden zur Begleichung der Wettschulden und Hunderte von Millionen für die Boni sogenannter Investmentbanker. Aber eine Mehrheit gibt bei Umfragen immer noch an, den politisch Verantwortlichen zu trauen. Wem auch sonst?

Man erzählt der Masse, die Krise sei aus den USA schicksalhaft über uns gekommen. Aber mußte man den USA ihren Finanzschrott unbedingt abkaufen? Wer über wirtschaftliche Zusammenhänge nachdachte und nicht vor Geldgier erblindet was, wußte, daß es sich bei den tollen Renditepapieren um Verschleierungen einer simplen Wechselreiterei handelte. Renommierte Spitzenbanker sprachen ja auch ohne rot zu werden von 25% Kapitalrendite, während produzierende Hochleistungsbetriebe vielleicht 5% erzielten (Großunternehmen lagen darüber, wenn ihre Produktion, wie bei Siemens, gerade noch das Anhängsel einer spekulierenden Finanzabteilung war). Der Spatz – „wer ist das schon?“ – hatte seit 10 Jahren wie viele andere vor dem Platzen der Wechselreiterei gewarnt. Jetzt rufen die verhinderten Widerstandskämpfer nach dem Regimesturz, die es hinterher schon immer vorher gewußt hatten, an allen Ecken die Krise aus. Aber wo werden die Vorstände dort, wo sie es ernst nehmen, bei ihrem persönlichen Einkommen zur Rechenschaft gezogen, und wo die Aufsichtsräte, die trotz hoher Tantieme keine Aufsicht geführt, sondern nur mit gewichtiger Miene kassiert haben? Nirgends im Regime der Verantwortungslosigkeit!

Die politisch Verantwortlichen hat die Finanzkrise angeblich überrascht. Finanzminister Steinbrück behauptete im April 2008, er sei wie von einem „Spring-ins-Feld-Teufel” und von „Risiken aus neuartigen Finanzprodukten ohne Vorankündigung angegriffen“ worden. Informiert sich der Mann wie seine Chefin nur bei den Claqueuren? Am 24. Februar 2003, also schon vor über fünf Jahren, berichtete das Handelsblatt, habe Steinbrücks Vorgänger Hans Eichel, sein Kollegen Clement und Steinbrücks Protegé, Bundeskanzler Schröder mit den Spitzen der Banken und Versicherungen zusammengesessen, um Lösungen für die Milliarden schlechter Risikopapiere zu suchen, die unsere ehrenwerten Banken und Versicherungen damals schon gehamstert hatten. Wer oder was hatte sie dazu veranlaßt?

Als der Finanzheroe Ackermann von der Deutschen Bank im Dezember 2008 die Gründung einer „Bad Bank“ als Sammelstelle für Risikopapiere zu Lasten der Steuerzahler vorschlug, tat man überrascht, obwohl man den gleichen Vorschlang laut Handelsblatt bereits 2003 bei dem erwähnten Treffen mit den Spitzen der Finanzwirtschaft abgesprochen hatte. Waren die HRE oder die Dresdner eine der „Bad Banken“? Kaum hatte die Commerzbank die Dresdner übernommen, bekam sie von unseren ahnungslosen Politikern 18,2 Mrd. Euro aus dem Steuertopf. Hier ist niemand überrascht, aber viele getäuscht worden.

Auch haben die neuen Finanzprodukte den viel gelobten Finanzminister nicht angesprungen. Er und sein jetziger Staatssekretär haben erst ermöglicht, daß die Schrottpapiere überhaupt hereinkommen konnten. Sie haben sie per Gesetz für seriös erklärt, haben seit 2004 Hedgefonds in Deutschland zugelassen und die Plünderung deutscher Unternehmen durch Equity Fonds und dergleichen Finanzjongleure ab 2002 sogar steuerlich begünstigt. Die politisch Verantwortlichen aller etablierten Parteien haben dabei mitgeholfen. Heute erzählen sie, sie bräuchten mehr Transparenz und Regulierung. Als erstes, und das würde ausreichen, brauchen wir die Möglichkeit, die Verantwortlichen real zur Verantwortung zu ziehen. Würden wir das tun, träte sofort Befehlsnotstand ein: „Hitler ist Schuld!“ Ohne Verantwortlichkeit werden die materiellen Existenzgrundlagen weiterhin im staatlich gedeckten Finanzcasino verspielt. Zu dem Zweck hatte man es ja eingerichtet. Wozu sonst? Hat darauf je einer geantwortet oder nur danach gefragt. Absahnen ohne Arbeit! Oder handelte es sich um eine Art von Kriegsreparationen, und wird deshalb an der Gebetsmühle der deutschen Schuld wieder so laut gedreht?

Doch so weit brauchen wir nicht zurück zu spekulieren. „Mitverdienen lassen“ war und ist das Geheimnis des anglo-amerikanischen, scheinkapitalistischen Empires. Man fand in allen Ländern, die zu Ehren der richtigen Demokratie ausgeplündert werden sollten, Mitverdiener, die am Ausverkauf ihres Landes sehr gut mitverdienen durften. Kam es zu Konflikten mit der Bevölkerung dieser Länder, hatte man, wegen der angesammelten Geldvermögen, an höchster Stelle auch die geeigneten Widerstandskämpfer. Zuletzt konnte man das Verfahren beim Zusammenbruch der Sowjet Union beobachten. Putin hat nur mit Mühe geschafft, die mit Dollar bestens versorgten „russischen Oligarchen“ in Schach zu halten, um das Land vorerst vor dem geplanten Ruin zu bewahren. (Doch wer ist Putin wirklich?)

Jetzt ziehen die Akteure hinter den gut mitverdienenden Oligarchen ihre Dollars wieder ab. Nach der Wochenzeitschrift Arumenty i Fakty vom 5. März waren es 2008 schon 130 Mrd. US-Dollar, und werden es 2009 nicht weniger als 110 Mrd. US$ sein. Der Leiter des Zentrums für politische Philosophie (Moskau) meint nach RA Novosti vom 4. März, die Zusammenbrüche der Oligarchen und die sich dabei ergebenden Verstaatlichungen ließen selbst den Staat eine große Umverteilung und Umstrukturierung von Besitz, Nutzung und Verwaltung des Kapitals befürchten. „Im Ergebnis werde der russische Kapitalismus dann nicht mehr ‚oligarchisch‘ sein“. Als Beispiel führte er den Aluminium-Magnaten Oleg Deripaska an, dem weitere finanzielle Unterstützungen verweigert wurden, weil die Regierung das Geld nun vernünftiger ausgeben will als es ihr „der Westen“ vorschlägt und vormacht. Damit bricht das Fundament des „Crony Capitalism“ („Spezi-Kapitalismus“) ein. Wenn die Gelder statt dessen zur Stimulierung des kleinen und mittelständischen Unternehmertums und damit zu einer grundsätzlichen Veränderung der Wirtschaftsstruktur führen sollten, würde dies niemand beklagen.

Auch im Westen denkt man über ein anderes Vorgehen in der Krise nach. „Die 700 Mrd. Dollar, die die Regierung für den Kauf abgewerteter Bankenaktien ausgeben will, sollten lieber in neue Banken investiert werden“, schlug (wie der Spatz vor einigen Wochen) der frühere Chefberater der Clinton-Regierung und Vizepräsident der Weltbank, der heutige Wirtschaftsprofessor der Columbia University, Joseph Stiglitz, in einem Gespräch mit RIA Novosti am 3. März vor und berief sich dabei auf den Oberspekulant George Soros. „Die Regierung rettet jetzt nicht die Banken, sondern vielmehr die Banker und Investoren“. Die Rettungsmaßnahmen würden keine Verbesserung bringen, sondern lediglich den Einbruch verlangsamen. Wo Stiglitz Recht hat, hat er Recht – doch wen kümmert‘s.

„Ich mag Zweifler: Leute, die gegen den Strich bürsten, die sich gegen eine Lehrmeinung stellen und gegen die – in ihren Augen – Meinungsdiktatur der Mehrheit ankämpfen“, schrieb der Chefredakteur der National Geographic Deutschland, Klaus Liedtke, in der Februarausgabe 2009 Ausgabe süffisant. „Aber“, fuhr er fort, „gilt das auch für Holocaust-Leugner, für Klimaskeptiker, für Evolutionsgegner? Was bringt diese Menschen dazu, jenseits des Gebotes einer steten Faktenüberprüfung hartnäckig die Wirklichkeit auszublenden und sich wie intellektuelle Geisterfahrer zu verhalten? Der Holocaust ist eine unwiderlegbare historische Tatsache, der Klimawandel eine tausendfach dokumentierte Entwicklung, zu der wir alle erheblich beitragen. Wer dies bezweifelt, mag sich zwar als Kämpfer gegen neue Dogmen feiern, ist aber längst im Lager jener ewig Unbelehrbaren, für die nicht sein kann, was nicht sein darf“. Natürlich leugnen „Klimaskeptiker“ nicht, daß sich das „Klima“ ändern kann. Es hat dies immer getan. Sie wenden sich gegen den politisch inszenierten CO2-Klima-Hype mit seiner Forderung nach einer kohle- und kernenergiefreien Wirtschaft, um die bisherige Mißwirtschaft zuzudecken. Sie mit „Holocaust-Leugnern“ gleichzusetzen, soll sie wie diese kriminalisieren, weil nicht geleugnet werden darf, was zu glauben ist. Jeden anderen Quatsch zu glauben, ist erwünscht.

Liedtke überbietet der linke Londoner Bürgermeister Boris Johnson, der am 3. März in der britischen Presse mit den Worten zitiert wird „Bankers, in public opinion, are below cannibal paedophile global warming deniers“. (Bankiers stehen in der öffentlichen Meinung noch unter pädophilen kannibalistischen Klimaleugnern). Was steht auf dem Spiel, daß die Bevölkerung medial so aufgehetzt wird? Die grün neoliberale, „rot-schwarze“ Bundesregierung macht daraus keinen Hehl. In der Schrift „Die Dritte Industrielle Revolution – Aufbruch in ein ökologisches Jahrhundert“ des Umweltministeriums vom September 2008 (Quelle) läßt sie im Kapitel „Nachhaltige Revolutionäre gesucht“ ihren Hauptklimaberater Schellnhuber schreiben: „Um so auffälliger ist, daß die öffentliche Debatte gar nicht um die fundamentalen Fragen der Umstrukturierung unseres Wirtschaftslebens kreist“. Darum geht es also, um die „Umstrukturierung unseres Wirtschaftslebens“. Dafür ist der Regierung oder ihren Auftraggebern jedes Mittel recht: Propaganda, Desinformation, Indoktrination, Klimalügen, Meinungsächtung und selbst eine Wirtschaftskrise, die die Bürger nachhaltig enteignen wird. Gewählt ist gewählt!

Später ist man klüger

Die sogenannte Finanzkrise hat ihre Folgen. In Deutschland merkt die Allgemeinheit (abgesehen von den 296.000 Kurzarbeitern, die im Januar hinzu gekommen sind und den 56.000, die, nach den 33.000 vom Dezember, im Januar ihren Arbeitsplatz verloren haben) noch wenig von der Krise. Trotzdem, man wird vorsichtig und spart. Die Sparquote in Deutschland stieg bei hohem Stand im letzen Quartal 2008 noch einmal um 6,3%. Vielleicht freut es die Linken, daß die Unternehmens-Einkommen im gleichen Quartal um 9,7% gesunken sind und der Dax gegenüber dem Höchststand von 2007 um 51,4 % (inzwischen wohl noch mehr) eingebrochen ist. Und die Grünen, die ja nicht von Industrieprodukten leben sondern von der Liebe, können jubeln, weil die Wirtschaftsleistung der bekämpften Bundesrepublik um 2,1% (die Industrieproduktion im Dezember 2008 um 12,8% gegenüber dem Vorjahresmonat, nach epp.eurostat.ec) einbrach – und so die Umweltverschmutzung.

Dagegen beginnen in den Niederlande die Renten und Pensionen zu wackeln. Einigen der niederländischen Pensionsfonds des kapitalgedeckten Rentensystems droht nun die Insolvenz. Sie lieferten das Vorbild für die Riester-Rente, die vor allem der Liquiditätsbeschaffung für die notleidende internationale Finanzwirtschaft dienen sollte. Entweder müssen in Holland nun die Beitragszahlungen stark angehoben oder die Altersbezüge entsprechen abgesenkt werden. Da das eine, krisenbedingt, nichts bringt, fürchten hunderttausende Niederländer im Ruhestand mit dem anderen das Schlimmste. Das wird schon sehr bald eintreten, meint der niederländische Arbeits- und Sozialminister Piet Hein Donner. Da in den Niederlanden die Renten als „Minimalschutz vor Armut“ im Allgemeinen wesentlich niedriger ausfallen als noch in der Bundesrepublik mit ihren ursprünglich sehr hohen Sozialabgaben, bekommen durchschnittliche Niederländer spätestens vom 70. Lebensjahr an kaum noch Geld und sind auf ihre Ersparnisse angewiesen, um halbwegs vernünftig zu leben, oder sie müssen bei einem Krauter einen Job ausfindig machen. Deshalb und weil es eine Pflicht-Mitgliedschaft in einem der vielen Pensionsfonds gibt, hatten sie ihr Geld vor allem dort angelegt. Einer der Pensionsfonds, der sich auf Beamte spezialisiert hatte, der Algemeen Burgerlijk Pensioenfonds (ABP) gehört mit einer Bilanzsumme von über 150 Mrd. Euro zu den größten der Welt. Donner, seit 2007 Arbeits- und Sozialminister, hat nun öffentlich bekannt gegeben, daß Pensionäre wesentlich weniger von ihren Pensionsfonds bekommen werden, als ihnen zugesagt war – wenn die Fonds nicht sogar mit samt den Einlagen untergehen.

Ganz so schlimm ist es in Deutschland noch nicht. Hier bemüht sich die Regierung, abgesehen von ihren enormen Stützungszahlungen an Banken (warum werden eigentlich nicht die pflichtvergessenen Aufsichtsräte, die für Nichtstun und Wegsehen hohe Tantieme bezogen hatten schadensersatzpflichtig gemacht?!) um Arbeitsplätze. Nachdem sich sogar die Abwrack-Prämie weitgehend als Flopp erweist, weil die als Neuwagen bevorzugten Kleinwagen auch Deutscher „Fabrikate“ meist im Ausland hergestellt werden, braucht man „zukunftsträchtige“ Arbeitsplätze. Und die wären? Die Regierung erwartet 900.000 neue Jobs in der Umweltbranche, zitierte Die Welt am 25.2 die parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, Astrid „gar nicht“ Klug. Das sind nun alles Jobs, die das Leben und Arbeiten in Deutschland verteuern werden.

Eine dieser Arbeitsbeschaffungs-Maßnahmen soll – laut Der Tagesspiegel vom 25. Februar – das „Gesetz über den Transport und die dauerhafte Speicherung von CO2“ sichern helfen. Es geht auf eine EU Richtlinie vom Dezember 2008 zurück. Die Ausarbeitung des Gesetzes hat die Kanzlerin dem Wirtschafts- und dem Umweltministerium zu gleichen Stücken übertragen. Deshalb nannte es auch der neu erkorene Wirtschaftsminister aus der CSU, von Guttenberg, „eine Voraussetzung für Investitionen in eine zukunftsträchtige Energietechnik“. Das Gesetz will die Stromerzeuger verpflichten, CO2 aus den Abgasen abzuscheiden und sicher zu deponieren. In Frage kommen unterirdische Kavernen, wie der in 800 Meter Tiefe angelegte ehemalige Erdgasspeicher Ketzin bei Berlin. Diese Speicher bekommen keine Innenhaut. Man hofft, daß das Gas dort unten bleiben wird. Weil es schwerer als Luft ist, gibt es Grund für diese Hoffnung. 1986 hat CO2 diese Hoffnung beim Nyos See in Afrika allerdings nicht erfüllt. Nach Austritt aus einem „natürlichen“, unterirdischen CO2 Speicher wälzte sich eine schwere, geruchlose CO2-Wolke durch die anliegenden Täler und ließ über 1.700 Menschen ersticken. In dichter besiedelten Gegenden wie in Berlin wären es weitaus mehr gewesen.

Wegen solchen Gefahren hatte James Lovelock vorgeschlagen, die Bauern sollten alle kohlenstoffhaltigen Pflanzenreste zu einer Art Braunkohle rösten und diese als sicheren Kohlenstoff-Speicher vergraben. Dem Erfinder der neuen Gaia-Religion (Gaia altgriechisch für Erde) war nicht aufgefallen, daß er vorschlägt, mit CO2 das Grundnahungsmittel aller Pflanzen und damit der Grundlage unseres Lebens von der Erdoberfläche zu verbannen.

Wie vermutlich Lovelock so begrüßten auch die Stromkonzerne das neue Gesetz aus dem Hause Merkel, an dem, wie uns die Medien berichten, für Berliner Politik ganz untypisch in höchster Eile gearbeitet werde. Höhere Kosten trägt wie immer nur der Kunde – geduldig wie es scheint. Das Gesetz liefert den Konzernen aber den Vorwand, trotz der infolge der Wirtschaftskrise sinkenden Nachfrage und Preise für CO2-Verschmutzungsrechte, die Strompreise extrem hoch zu halten. Vattenfall, RWE und E.on arbeiten bereits mit Eifer an Pilotanlagen für die CO2-Abscheidung. Erinnern Sie sich noch? Die Deregulierung sollte die Strom Preise senken, hat man denen, die es glauben wollten, damals versichert.

Auch das „Rettungspaket für die Wirtschaft“ wird mit Sicherheit und wie beabsichtigt nach hinten losgehen, also den Verbrauchern und Betreibern von Produktionsbetrieben dank der Energieverteuerung ins Gesicht fliegen. Um es der „breiten Bevölkerung“ aufzuschwatzen, hupen die Medien in letzter Zeit wieder besonders laut mit der Klimakatastrophen-Posaune. Überschriften wie „Folgen des Klimawandels schlimmer als gedacht“ (in Die Welt und im Tagesspiegel) rechtfertigen Medien doch tatsächlich mit so zweifelhafter Figuren wie dem Klimapabstes James Hansen von der NASA, der schon mehrmals wegen gefälschter Daten (aber ohne deshalb seinen Job zu verlieren) in Verruf geraten war, oder einem Stephen Schneider von Stanford University, der die Öffentlichkeit in den 70er Jahren mit einer neuen Eiszeit und dann, als die Mode wechselte, mit der Erwärmungskatastrophe zu terrorisieren versuchte. Er hatte sich in seinem Buch von 1974 ausdrücklich zu dieser Art Terrorismus mittels Übertreibungen „anerkannter“ Wissenschaftler bekannt, weil die Öffentlichkeit sonst nicht, wie gewünscht, ihren Hintern hoch bekäme.

Dagegen wurde Dr. Berner, der bei der Bundesanstalt für Geowissenschaft und Rohstoffe (BGR) die Nichtübereinstimmung von CO2-Gehalt und Klimawandel nachwies, versetzt und seine Abteilung aufgelöst. Diesen Dienst leistete der neu ernannte, IPCC-gläubige BGR-Chef, Prof. Kümpel, Geologe von der Universität Bonn und Schellnhubers Studienkollege (des Klimaberater der Kanzlerin) dem Umweltministerium. Kümpels Vorgänger soll vom Klima-Gerangel so angeekelt gewesen sein, daß er das Handtuch geworfen hat.

Denn hinter dem Klimagerangel stehen mächtige, machtpolitische Interessen. Am 25. Februar hatte der Chef Klima-Unterhändler der EU Artur Runge-Metzger in einem Interview mit EurActiv (Quelle) gewarnt: „China und Indien müssen ihren vollen Anteil am Kampf gegen den Klimawandel zahlen und die Programme akzeptieren, die der Westen ihnen (auf Kredit) finanziert, um ihre Industrien (der Klimapolitik) entsprechend zu modernisieren“, und gemeint, der Handel mit CO2-Emissionsrechten solle „eine zentrale Rolle auch beim Übergang der Entwicklungsländer zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft“ spielen. Die Entwicklungsländer sollten sich im Austausch gegen Technologien zur CO2-Abscheidung und CO2-Lagerung und zur CO2-Drosselung verpflichten. Wenn das geschieht „dürfte die EU etwas offener bei der Entwicklung ihrer Mechanisierung sein“.

Zu deutsch: die EU verlangt, daß sich die Entwicklungsländer selbst wie die Europäer wirtschaftlich ruinieren. Nicht so eilig damit haben es die USA, trotz Obamas Wahlkampfsprüche. Am 24. Februar stand in The Guardian (Quelle) „Barack Obama wurde gezwungen“, seine angekündigte CO2-Gesetzgebung hintanzustellen. Beamte hätten bestätigt, daß der Kongreß nicht vor Ende 2009 dazu bereit wäre. Dies würde den Erfolg eines globalen Klima-Vertrags auf der Kopenhagener Klimakonferenz im Dezember in Frage stellen. Die USA waren schon dem jetzt geltenden nicht beigetreten.

Der Kongreß wurde in seiner Haltung durch die Rede des preisgekrönten Physikprofessors aus Princeton Dr. Will Happer bestärkt. Der erklärte den zuständigen Ausschüssen beider Häuser am 25. Februar, daß und weshalb „die Angst vor einer Klimaerwärmung durch den Menschen falsch ist. Die Erde leide zur Zeit vielmehr an einem CO2-Hunger. Man sollte Kinder nicht mit aufgezwungener Propaganda, die sich als Wissenschaft maskiert, erschrecken. Fast nie zuvor war der CO2-Gehalt auf der Erde so niedrig wie zur Zeit. Und damals (bei dreifachem CO2-Gehalt) ging es der Erde, dem Meer und dem Leben „just fine“.

Auch in Japan bröckelt der Konsens. Drei Fünftel der dortigen Fach-Wissenschaftler widersprechen der UNO-Behauptung zum CO2-Klimawandel. Kanya Kusano, der Programm Direktor und Gruppenleiter der gewaltigen „Erde-Simulation“ der „Japan Agency for Marine-Earth Science & Technology“ (JAMSTEC) kritisierte besonders die Unreife der Klimamodelle und verglich sie ganz undiplomatisch mit der „antiken Astrologie“. Nachdem er auf zahlreiche Fehler der Modelle und des IPCC verwiesen hatte, sagte er: „Der Schluß [des IPCC], daß nun die atmosphärischen Temperaturen wahrscheinlich kontinuierlich und ständig ansteigen würden, sollte nur als ungeprüfte Hypothese verstanden werden“. Ähnlich äußerte sich Shunichi Akasofu, Chef des International Arctic Research Center in Alaska (Quelle).

In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Ehre verweisen, die Schellenhubers Potsdamer Institut mit seiner inhaltsreichen Widerlegung in meinem Buch Klimawandel zusammengetragenen Aussagen anderer Wissenschaftler schon am 23. Januar bei Amazon erwiesen hatte: „Theologen als Aufklärer in einer wissenschaftlichen Debatte? Ich bin erschüttert, mit welcher Ergebenheit man hier der Meinung eines Autoren folgt, der über keinerlei Kenntnisse der naturwissenschaftlichen Hintergründe des Klimawandels verfügt. Das erinnert schon fast an den mittelalterlichen Boykott der Wissenschaft durch die Kirche. Ich denke man sollte den Inhalt dieses Buches sehr vorsichtig genießen. Als Laie ist es sicherlich schwer zu differenzieren zwischen Wahrheit und Propaganda. Ich denke der Autor betreibt hier wie die gesamte Medienwelt eine Propaganda die einem fundierten Bildungstand zum Thema Klimawandel der Bevölkerung entgegenwirkt. Der einzige Unterschied zum größten Teil der Medienwelt ist die gegenteilige Meinung. Als Geowissenschaftler, beschäftige ich mich mit diesem Thema seit Jahren und bekomme oft Fragen von Laien gestellt, die ganz eindeutig, egal welche propagierte Meinung derjenige vertritt, von Irrtümern und Unwahrheiten strotzen. Ich bitte Sie, lesen Sie Bücher von Autoren, die über eine entsprechende naturwissenschaftliche Bildung verfügen. Unter ihnen gibt es auch weiße Schafe.“ (so von amazon.de direkt übernommen)

Verwechselt da der anonyme Autor (wahrscheinlich Herr Rahmstorf, der auf Klimaskeptiker angesetzte professorale Wadenbeißer) hier nicht allerlei? Aber urteilen Sie selbst! Denn Sie werden die Zeche für die Folgen der Klimapropaganda zu bezahlen haben, wie Sie jetzt für den Glauben an die Seriosität und das Fachwissen der renommierten Bankiers einstehen.