Der vorherrschende Antisinn

Fehlende Perspektive und unbeantwortete Sinnfragen können töten, vor allem wenn Phantasie und Vorstellungsvermögen des Nachwuchses von den Kaufleuten der Brutalität mit Bildern und Vorstellungen von Horror- und Greuelszenen aller Art bis zum Erbrechen angefüllt werden. Aber Geschäft ist Geschäft und im Westen heilig. Daß offengebliebene Sinnfragen töten können (wenn auch nicht in jedem Fall – ihr Herren Psychologen und Geschäfteverteidiger) haben nicht nur Menschen beim Amoklauf in Winnenden erfahren, sondern auch US-Militärs: „Im Januar haben wir mehr Soldaten aufgrund von Selbstmorden verloren, als an Al Quaida“, klagte Paul Rieckhoff, Direktor der Veterans of America der Nachrichtenagentur Associated Press. Zu den Gründen, welche die Soldaten in den Selbstmord treiben, befragt meinte US-Army-Sprecher für Personalfragen, Oberstleutnant Mike Moose: „Wir wissen es nicht und haben auch kein besonderes Problem feststellen können“. Aber man sei sich der Dringlichkeit von Maßnahmen bewußt. Die Army plane ein Programm zur „Selbstmord-Präventation“ für alle Soldaten. Zudem seien, ähnlich wie nach Winnenden, die Einstellung von zusätzlichen Psychiatern und anderen Fachkräften, sowie Programme für zu Hause und an der Front geplant: das heißt wie immer nur, noch gezieltere Manipulation. Ob die etwas ändert? oder nur das im Westen allgemein grassierende „induzierte Irresein“ verstärkt werden soll?

Prof. Michel Chossudovsky hat auf der Web-Seite „global research“ bemerkt, daß die USA das Kampfteam der 1. Infantriebrigade der 3. Armee seit einigen Monaten aus dem Irak zurück beordert hat. Er fand das extrem beunruhigend, weil diese Einheit „nach offiziellen Berichten vielleicht herangezogen werden soll, um bei der Niederschlagung ziviler Massenunruhen zu helfen“. Welches Szenario könnte so etwas rechtfertigen, wo das altehrwürdige „Posse-Comitatus“-Gesetz von 1878 den innenpolitischen Einsatz regulärer US-Truppen strikt und eindeutig verbietet? Chossudovsky vermutet: „Zivile Unruhen aufgrund der finanziellen Abschmelze sind bei den weitreichenden Auswirkungen des Finanzkollaps auf die lebenslangen Ersparnisse, die Rentenkassen, den Hausbesitz, etc. eine naheliegende Möglichkeit“.

Wenig später veröffentlichte das Zentrum für Globalisierungsforschung auf seiner Webseite einen Artikel von Wayne Madsen. Darin bezieht er sich auf einen Bericht mit der Kurzbezeichnung „C & R Document“, der mit höchster Geheimhaltungsstufe unter führenden Mitgliedern des US-Senats und ihren Spitzenberatern umgeht. Er meint „C“ stünde hier für Conflict und „R“ für Revolution, denn beides hielten US-Politiker angesichts der Finanzkrise für höchst wahrscheinlich. Herr Madsen schreibt, im Dokument werde behauptet, daß das ernstzunehmende Finanzchaos einen größeren Krieg auslösen werde, wenn sich Washington weigere, seine Auslandsschulden zu bedienen, und/oder zu massiven Aufständen vielen in US Städten führen werde, wenn die US-Bevölkerung beträchtliche Steuererhöhungen nicht akzeptiere. Auch Amerika selbst, so scheine es, sei nicht gegen eine „regimebedrohende Instabilität“ gefeit, wie das Pentagons und die 36 aktiven US-Geheimdienste im Dienst der Finanzclique sich in dem Papier ausdrückten. Der US-Regierung sei dieses „worstcase-scenario“ nicht entgangen, und es scheine, als würde sie sich darauf einstellen. Sind das nun „linke“ Wunschträume oder ernst zu nehmende Tatsachen?

Es gibt in dieser Sache noch ein weiteres, weniger eindeutig formuliertes, dafür aber „offizielles“ Papier. Es wurde von einem Nathan P. Freier verfaßt und schon im November 2008 vom Institut für Strategische Studien der US-Armee (US Army Strategic Studies Institute) unter dem Titel Known Unknowns: Unconventional „Strategic Shocks“ in Defense Strategy Development (Bekannte Unbekannte: Unkonventionelle „Strategische Schocks“ in der Entwicklung der Verteidigungsstrategie) herausgegeben (Quelle). Danach sollte sich die US-Armee auf „unkonventionelle strategische Schocks“ vorbereiten. Im Zuge dessen müßten sich die Streitkräfte auf „gewalttätige Unruhen strategischen Ausmaßes in den Vereinigten Staaten“ vorbereiten, die der „unvorhergesehene wirtschaftliche Einbruch“ und der „entschlossenen Widerstand der Bevölkerung im Inland“ auslösen könnten. Die bisherige Verteidigungsstrategie weise diesbezüglich drei Fehler auf: 1. sie sei im Allgemeinen reaktiv gewesen, sie habe es 2. an strategischer Vorstellungskraft fehlen lassen und sie sei daher 3. anfällig für Überraschungen gewesen.

Die letzte Regierung Bush erlebte in ihren ersten acht Monaten einen „Strategischen Schock“ (9/11), der das „ganze Spiel umwarf“. Das nächste Team wäre gut beraten zu Beginn ihrer Amtszeit einen ähnlichen „unkonventionellen, nicht militärischen Schock für das Verteidigungsministerium (DoD) zu erwarten. „Es wäre klug, darunter auch katastrophale Unruhen innerhalb der Vereinigten Staaten, zivilen Ungehorsam im Inneren oder entsprechende Gewalttaten dieser Art zu berücksichtigen“. Diese Unruhen könnten „ein Ausmaß annehmen, daß das Verteidigungsministerium gezwungen sei, die eigene Rolle im Hinblick auf die inneren Sicherheit und das In-Schach-Halten (control) der Bevölkerung neu zu bestimmen“. Was geht das nach dem „Posse-Comitatus-Act“ das DoD an? Was gehen der Macht Gesetze an (vgl. Grundgesetz und „unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen“)?

Im Sommer 2001, zu Beginn der im Bericht angesprochenen Amtszeit der letzten Regierung hatte die russische Ökonomin Tatyana Koryagina mehrmals davor gewarnt, daß der Dollar und die US-Wirtschaft in den folgenden Monaten kollabieren würden. Das geschah, möglicherweise wegen des Raubüberfalls auf Afghanistan (der nicht den Taliban galt, sondern der Ableitung des Kaspischen Öls) und des gleichermaßen räuberischen Überfalls auf den Irak, erst acht Jahre später. Nun, zu Beginn der neuen US-Regierung, warnt Professor Igor Panarin, früher Analytiker des KGB und Experte für Informationskriegsführung heute ranghoher Mitarbeiter im russischen Außenministerium, vor einem für die USA katastrophalen Bürgerkrieg, in dem die USA schon im Juni 2010 – so genau glaubt Panarin das zu wissen – in sechs Teilstaaten auseinanderbrechen würden. Allerdings sprich Panarin davon schon seit über zehn Jahren, ohne daß es dafür irgendwelche Anzeichen gab. Hat sich das mit der Krise geändert? Oder soll es nur, wie die ewigen Verfechter des USA-Ideals und seiner Weltsendung gerne möchten, den Hinweis liefern, daß Finanzkrise und mögliche Unruhen in ihrem Gefolge vom schurkischen Ausland von langer Hand vorbereitet worden sind?

Von langer Hand vorbereitet wird aber auch genau das, was Nathan P. Freier in seinem oben erwähnten Bericht den US-Strategen als Unterlassungssünde vorwirft. So findet sich dazu einiges in dem Buch des Gründers des „Club of Rome“ und Mitglieds des „Committee of the 300“, des 1984 verstorbenen Aurelio Peccei. Das Buch erschien 1969 unter dem Titel „The Chasm Ahead” („Vor dem Abgrund“, Macmillan, New York, ISBN 9780025953604) und faßt die Erörterungen eines Treffens zusammen, zu dem das Wissenschafts- und Technologie-Komitee der North Atlantic Assembly und das Forschungsinstituts für Außenpolitik (Foreign Policy Research Institute in Pennsylvania) eingeladen hatten. Es fand im Mai 1967unter dem Titel „Konferenz über Transatlantische Technologische Unausgewogenheit und Zusammenarbeit“ in Queen Elizabeths Privatschloß in Deauville, in Frankreich statt.

Hauptzweck der Konferenz von Deauville war die Durchsetzung der technologischen und industriellen Nullwachstums-Politik, wie sie vom danach gegründeten Club of Rome und der rot-grünen Bewegung eingeführt wurde. Die Ergebnisse der Konferenz schlugen sich in zwei Büchern nieder. Das eine war das Buch „Technotronic Era“ von Z. Brzezinski (US-Präsident Carters Sicherheitsrats-Berater und Gründungs-Direktor von David Rockefellers Trilateraler Kommission), das andere war das erwähnte Buch Pecceis, des Vorsitzenden dieser Konferenz. Peccei schrieb mit anderen Worten weitgehend das Gleiche wie Brzezinski, fügte aber neuen Punkt hinzu, daß die Welt künftig in Chaos versinken werde, wenn sie nicht von einer „Eine-Welt-Regierung“ beherrscht würde. Er ließ sich dort ausführlich über Pläne des Komitees der 300 aus, wie der einfache Mann („the common man“), den er als den Feind (the enemy) bezeichnete, zu zähmen sei. Dort zitiert Peccei zustimmend einen Ausspruch des polnischen Aristokraten Felix Dzerzinski, der als erster Chef des bolschewistischen Terrors für die Ermordung von Millionen Russen verantwortlich war und der seinem britischen Führungsoffizier, Sydney Reilly, einmal gesagt haben soll:

„Warum sollte es mich kümmern, wie viele Menschen dabei umkommen? Sogar die Christen Bibel sagt: Was ist schon der Mensch, daß Gott seiner gedenkt? Für mich sind Menschen nichts weiter als Gehirn auf der einen und eine Kotfabriken auf der anderen Seite“.

Eleonora Barbieri Masini zitierte bei der Feier zum zwanzigsten Todestag Pecceis am 23. November 2004 in Rom einen anderen Ausspruch des Meisters: „Es ist nicht unmöglich eine Revolution der Menschen voranzubringen, die in der Lage ist, den gegenwärtigen Lauf der Dinge zu verändern“. Diese Revolution ist längst im Gange. Ihr gehorcht „das Chaos“, das mit der gegenwärtigen Finanzkrise angerichtet wird, und aus dem der „Novus Ordo Seclorum“ (der von Franklin D Roosevelt in der Form eingeführten Ein Dollarnote) hervorgehen soll. Zur Steuerung des angerichteten Chaos dienen die geplanten, militärischen Vorbereitungen. Die Revolution der Finanzelite ist genau das, was das Bundesumweltministerium unter anderem in seiner schon letzte Woche erwähnten Broschüre vom September 2008 als „Die dritte Industrielle Revolution – Aufbruch in ein ökologisches Jahrhundert“ mit der „Klimakatastrophe“ als vorläufig lautester Rechtfertigung und mit dem Hauptziel: „Gürtel enger schnallen für die Finanzelite!“ anstrebt (Quelle).

Am 10. März forderte der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew anläßlich des Besuchs von Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Mundell in Astana eine einheitliche Weltwährung. Die Idee stammte vom westlichen Elite-Mann Mundell, der bei der gleichen Gelegenheit sagte: „Die Entstehung einer globalen Währung ist möglich, insbesondere hinsichtlich der erheblichen Dollar- und Euro-Kursschwankungen. Diese Währungen sollten untereinander ins Gleichgewicht gebracht werden“. Er fuhr fort „Wenn man mich aber fragt, ob diese neue Währung innerhalb der nächsten fünf Jahre entstehen kann, würde ich sagen, daß die Wahrscheinlichkeit dafür eher gering ist und bei etwa 30 Prozent liegt“. Ob beide das Gleiche meinen, ist fraglich. Nasarbajew hatte sich mit der Formel „absolut neues globales Devisensystem“ vielleicht für etwas ausgesprochen, was zur Zeit in der Shanghai Cooperation Organisation als Dollar freies Verrechnungssystem diskutiert wird.

Er hatte im Gegensatz zu Mundell möglicherweise einen ähnlich radikalen Schnitt vor Augen, wie ihn 1788 vor Christus, Rim-Sin, König von Larsa im Zweistromland vollzogen hatte. Der befreite die gesamte produzierende Wirtschaft seines Landes von ihren Schulden und trieb dadurch die Geldverleiher (Bankiers) in den Bankrott. Danach ging es der Wirtschaft und den Menschen in Larsa wieder bestens. Es gelang dem Sohn des amurritischen Heerführers Kudur-Mabuk, sein Reich lange Zeit gegen die Koalition der altorientalischen Finanzimperien Babylon, Isin und Uruk zu behaupten. Er ließ im großen Stil Kanäle anlegen, um neues fruchtbares Ackerland zu gewinnen und die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Schließlich gelang es 1763 v. Chr. (die Jahreszahlen sind umstritten) dem Finanzzentrum Babylon unter König Hammurapi Larsa zu erobern, Rim-Sin in Jamutbal im Elam gefangen zu setzen und das alte Kredit- und Verschuldungsgeldwesen, das uns seitdem bis heute fest im Griff hat und demnächst die Welt einheitlich in die Zange nehmen will, dort und anderswo wieder einzuführen. Babylon wurde zwar später von den Persern erobert, doch diese handelten damals schon als „Degen“ der Finanzhäuser Babylons, als diese sich von der eigenen Stadtbevölkerung bedroht fühlten. Auch unser eigentlicher, der Uraltadel, führt sich nicht, wie oft angenommen wird, auf germanische Häuptlings- oder antik-römische Adelsfamilien sondern – man glaubt es kaum – auf den persischen Adel zurück. Einer von denen, Karl Schwarzenberg: Adler und Drache. Der Weltherrschaftsgedanke. München: Herold; o.J. (um 1958), muß es ja wissen.

Advertisements

»Nein!«

Die UN-Klimakonferenz in Posen hat ein Problem: 650 Wissenschaftler kritisieren in einer Presseerklärung und im jüngsten Minderheiten-Bericht des US-Senats vom 10. Dezember die Klimabehauptungen des UN-Weltklimarates IPCC recht gründlich (Quelle). Damit widersprechen zwölf mal (!) so viele Klimawissenschaftler der mediengerechten „Zusammenfassung für Policymaker“ des IPCC als an seiner Erstellung beteiligt waren! Viele der Kritiker hatten zuvor dem Weltklimarat zugearbeitet und fühlen sich nun von ihm verschaukelt – und es werden ständig mehr, die dem pseudowissenschaftlichen Computer-Faktoid „Klimaschutz durch CO2-Vermeidung“ widersprechen.

Angedeutet hatte sich das schon auf dem großen Internationalen Geologischen Kongreß vom 4. bis 14. August in Oslo: Etwa zwei Drittel der Anwesenden äußerten sich „feindlich, ja sogar verächtlich“ über den IPCC und die Vorstellung, das Klima der Erde würde sich nach dem CO2-Ausstoß der Menschen richten. Man wußte, daß es sogenannte Klimaskeptiker gab aber nicht, daß es so viele waren (Quelle). Die Meinungsmacher (in den USA „spin-doctors”) beherrschen inzwischen nicht mehr nur die sogenannten demokratischen Wahlen und die Politik der so gewählten Regierungen, sondern zunehmend auch die Wissenschaft oder das, was als solche geglaubt werden muß, um nicht als Spinner „geoutet“ zu werden. Und was noch schlimmer ist – die Spindoktoren finden immer mehr Leute, die ihnen aus Bequemlichkeit nicht widersprechen und ihnen sogar zum deutlichen eigenen Nachteil ihre Medien-Faktoide abnehmen.

Natürlich geht es hierbei um das Allerheiligste der westlichen Demokratien. Das Handelsblatt vom 10. Dezember schrieb auf Seite 12 „Emissionshandel bringt ab 2013 neue Milliardenlasten für alle Stromkunden“ – etwa 12 Mrd. Euro pro Jahr. Zahlen wird die der Konsument, denn alle anderen geben die Kosten über den Preis weiter, verdienen werden die Milliarden Spekulanten, die schon jetzt die mit Milliardengeschenken subventionierten Lieblinge aller Regierungen bzw. deren Auftraggeber und Spindoktoren sind.

Emissionszertifikate sind nur ein Teil der „Klimaschutz“-Kosten. Den größten Teil bildet der von oben verhängte Zwangskonsum von allerlei CO2-Einspartechnologien. Im gleichen Handelsblatt hob BDI-Geschäftsführer Schnappauf „die grundsätzliche Übereinstimmung des Bundes der Deutschen Industrie mit den Klimazielen der EU“ hervor. Der Grund? Der Ober-Spindoktor deutscher Politik, Roland Berger, hatte verkündet, bis 2020 werde die Umweltindustrie den Maschinenbau und die Fahrzeugindustrie abgehängt haben und zum stärksten Industriezweig in Deutschland aufgestiegen sein. Daher gibt es kaum einen Konzern oder Industrieverband, der nicht darauf verzichtet, die Bürger mit einer eigenen Klimaschutzbroschüre auf Linie zu bringen.

Der Korruptionsskandal bei Siemens war eigentlich eine Unternehmensumorientierung. Der an die Spitze gehievte Peter Löscher sagte im gleichen Handelsblatt: „Siemens hat mit den grünen Technologien im vergangenen Geschäftsjahr rund 19 Mrd. Euro umgesetzt, das entspricht etwa einem Viertel unserer Erlöse. Damit sind wir weltweit an der Spitze. An der Spitze fühlen wir uns wohl. Da wollen wir bleiben“. Löscher macht sich damit und dafür auch auf der Weltklimakonferenz in Posen stark, wo er neben drei anderen Forderungen verlangt, auch die aufstrebenden Staaten in Asien und Südamerika in das Weltklimaschutz Programm einzubinden und den Handel mit Emissionsrechten weltweit verbindlich zu machen. Für politisch besonders brave Länder soll ein Solidaritätsfond eingerichtet werden, wie ihn die EU jetzt für Polen vorschlägt, in den 150-prozentige, wie Deutschland, einzahlen dürfen.

Wenn Bürger kein Geld mehr haben, um es ihnen abzu-Gewinn-en, und wenn sie keines mehr verdienen, weil wegen fehlender Zahlungsfähigkeit der Absatz stockt und die entsprechenden Arbeitsplätze in der Produktion abgebaut werden, braucht man, um die Illusion einer produzierenden Wirtschaft aufrecht zu erhalten, von anderswoher eine zahlungsfähige Nachfrage. Für die hat der Staat zu sorgen, in dem er seinen Bürgern und sogar sich selbst Zwangskonsum (Umweltauflagen) auferlegt. In beiden Fällen ist das über Kredit/Schulden zu finanzieren. Kredit/Schulden ist das moderne demokratische Wort für Sklaverei. Hatte früher der Sklavenbesitzer dafür zu sorgen, daß sein Sklave ordentlich schuftet, besorgt das der Schuldner – für den Sklavenhalter wirtschaftlicher – an sich selbst.

Manches am sogenannten Umweltschutz mag ja vielleicht auch sinnvoll sein. Klimaschutz, Windmühlen und Photovoltaik sind es jedenfalls nicht. Sie sind Arbeitsbeschaffung auf Kosten des realen Arbeitseinkommens und Gewinnübertragung an Leute, die mit produktiven Leistungen für ihre Mitmenschen keine Geldgewinne mehr erwirtschaften können. Die Umverteilung von unten nach kommt aber an Grenzen. Reiche Leute wissen mit Geld nichts anderes anzufangen, als es für sich „arbeiten“ zu lassen. Arme Leute können nichts kaufen, was Geldgewinn abwerfend, sinnvoller weise erarbeiten werden könnte. Also schließt das gewinngeile Geld auf die Finanzmärkte, wo es einige Cleverle wundersam vermehrt haben, bis die dabei explodierende Verschuldung auch diese Lücke schloß. Damit kommt diese Art von Wechselreiterei – um nichts anderes handelt es sich bei der Derivate-Spekulation – früher oder später an ihr natürliches Ende. Weil das jeder, der nur etwas nachdenken will, durchschaut, werden Nebelkerzen geworfen. Klimaschutz ist eine solche. Er täuscht Produktion vor, die aber niemandem nützt, nicht einmal gegen eine angebliche Klimaerwärmung bei einer tatsächlichen Klimaabkühlung.

Und das Ende vom Lied? Griechenland, zum Beispiel. Alle sahen den Knall wie das Ende einer Wechselreiterei zwangsläufig auf sich zukommen: die Bürger mit wachsender Wut und die Regierung mit dem Rat ihrer Spinndoktoren im Rücken. Diese schufen jugendliche Schlägertrupps, sogenannte„Parakratoi“ im Stil der „autonomen Szene“ (die dort, wo sie mit dieser nicht identisch sind, ihnen aber zum verwechseln ähneln). Sie sollten die Bürger von der Beteiligung an Demonstrationen schon wegen der dabei angerichtete Schäden (in Athen brannten an einem Tag 350 Geschäfte und 200 Bankfilialen, von Autos einmal abgesehen) abschrecken, und sie dann kuschen lassen, wenn „Golden Dawn“ (oder griechisch „Chrysi Avgi“, eine sogenannte faschistische Gruppe, die sich nach einem religionspolitischen Projekt in England am Ende des 19. Jahrhundert benannt hat) die Leute an die Macht bringt, die ordentlich durchzugreifen verstehen.

Anfang Dezember lag in Griechenland der „Spin“ (etwa mangels bereit gestellter Gelder) daneben. Die Bürger ließen sich nicht mehr abschrecken. 10.000 demonstrierten allein in Athen. Der Generalstreik der Gewerkschaften legte das Land lahm. Regierung und Opposition sind ratlos, sie wollen, daß die EU ein Demonstrationsverbot, den Einsatz der Armee und das, was man noch nicht an die Öffentlichkeit bringen will, erlaubt. Aber Brüssel will seine Trümpfe nicht aus der Hand geben, nicht jetzt schon, wo Irland noch auf die neue „Verfassung“ eingeschworen werden soll, und etwas in der Rückhand haben will, wenn erst Frankreich oder gar das umerzogene Deutschland wieder aufwacht.

Die Griechen hatten ihre Gründe. Skandale über Skandale der Politiker, Sex, vertuschte Morde aus Eifersucht, sich günstig zugeschusterte Grundstücke usw. waren das geringere Übel, das war man gewohnt. Eine vom Siemenskonzern geschmierte Regierung, die sich überteuerten Umweltquatsch aufnötigen ließ, war neu, aber paßte ins gewohnte Bild. Abhörskandale erinnerten an die Militärjunta, gegen die man am 17.11.1973 ähnlich turbulent demonstriert hatte. Die eigentlichen Gründe waren die Steuererhöhung, eine neue Kopfsteuer, die drastische Anhebung der Strompreise bei fallenden Ölpreisen, die praktische Pleite der Krankenkassen, die die Bürger zwang, neben den Beiträgen auch noch ihre Arzt- und Krankenhaus-Kosten nahezu selbst zu tragen. Das 28 Milliarden Geschenk der Regierung an Banken, die im Gegenzug die Zinsen bei Kontenüberziehung auf 23% anhoben und Kredite, die sie zuvor den Bürgern mit viel Werbegeschick aufgeschwätzt haben, plötzlich zurückforderten oder maßlos verteuerten. Schließlich waren da noch die Massenentlassungen, die hohe Arbeitslosigkeit und große Armut unter großen Teilen der Bevölkerung und die griechische Jugend die bei hohem Ausbildungsstand (schon um die drohende Arbeitslosigkeit hinauszuzögern) nur geringe Chancen erkennt, damit etwas Einträgliches anzufangen. Polizisten müssen sich für 1.200 Euro im Monat als Vertreter einer allseits verachteten und teilweise gehaßten, aber – dank der Spindoktoren – selbstgewählten Regierung bespucken lassen. Ihre Verbitterung mag zu den drei Schüssen beigetragen haben, von denen einer einen 15-jährigen ins Herz traf, wenn da nicht vielleicht – o unselige Verschwörungsvermutung – in Erinnerung an Benno Ohnesorg in Berlin ein „Spin“ am Werke war. Nach 9/11 und all den offiziellen Lügereien hält man inzwischen alles für möglich.

Global gibt es weitere „Erfolge“ der Regierenden auf ihrem uns unbekannten Weg. „Fast eine Milliarde Menschen hungern, und die weltweite Konjunkturtalfahrt könnte die Nahrungsmittelkrise in den ärmeren Ländern weiter verschärfen.“ Darauf verwies der zweite Generalsekretär der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO), Hafez Ghanem, bei der Vorstellung des Welthungerberichts 2008. Das Problem kennt man seit Jahrzehnten, nicht um es zu lösen, sondern allenfalls um beim Bürger Almosen zu betteln. Die Zahl der Hungernden ist im letzten Jahr um 40 Millionen gestiegen. Die Verantwortlichen ziehen nun vorsichtig als Lösung die seit langem angestrebte Weltregierung aus dem Hut. So am 9. Dezember der Außenpolitiker der Financial Times, Guido Rachman, unter der Überschrift „And now for a world government“. Er weiß auch wie: durch die Schaffung eines „gesetzlich bindenden Klimawandel-Abkommens welches unter der Schirmherrschaft der UN verhandelt wird und die Schaffung einer 50.000 Mann starken UN-Friedens[Klima]truppe“. Dieser Prozeß wird seiner Meinung nach „langsam und schmerzhaft“, und die „International Governance tendiert nur dann dazu, effektiv zu sein, wenn sie antidemokratisch ist.“ Der französische Präsidentenberater Attali sieht es ähnlich, glaubt nur, daß der eigentliche Grund „die internationale Finanzkrise ist, nämlich daß wir globale Finanzmärkte und keine globale Rechtstaatlichkeit haben“. Nach welchem Recht richtet sich diese Staatlichkeit dann wohl?

„Der Unterdrücker hat weiter nichts als die Macht, die Ihr ihm zugesteht, um Euch zu unterdrücken. Woher hat er genügend Augen, Euch auszukundschaften, wenn Ihr sie ihm nicht selbst liefert? Woher soll er die vielen Arme haben, Euch zu schlagen, wenn er sie sich nicht von Euch ausborgt? Wo bekommt er die Füße her, Eure Städte niederzutrampeln, wenn es nicht Eure eigenen sind? Wie kann er Gewalt über Euch haben, wenn nicht durch Euch selbst? Wie könnte er es wagen, Euch zu überfallen, wenn nicht mit Eurer eigenen Mitwirkung?“ schrieb Etienne de la Boétie 1548 im „Discours de la servitude volontaire“ (Diskurs über die freiwillige Knechtschaft). „Diesmal möchte ich nur erklären, wie es geschehen kann, daß so viele Menschen, so viele Dörfer, Städte und Völker manchmal einen einzigen Tyrannen erdulden, der nicht mehr Macht hat, als sie ihm verleihen“. Seine Erklärung kleidete er in die Form der rhetorischen Frage: „Wie kommt er zur Macht über euch, wenn nicht durch euch selbst?“ Montaignes sagte uns, woher sein Freund La Boétie während des unter dem Einfluß der Banken mehr und mehr absolutistisch werdenden Königtums diese Ansicht nahm. Er habe bei Plutarch den Hinweis gefunden, die Bewohner Asiens seien Sklaven eines Alleinherrschers, weil sie eine einzige Silbe nicht aussprechen konnten, die Silbe „Nein!“. Das haben wie Leistungsanforderungen gegenüber gelernt, aber nicht gegen die, von Spindoktoren verpaßte „eigene, freie Meinung“.