Das gleiche Fenster

Weltweit stecken, eher konservativ gerechnet, etwa 1.600 Billionen Dollar in Derivat-Papieren, 125 Billionen Dollar in Immobilien und Unternehmenswerten, 100 Billionen Dollar in Aktien und Anleihen, die (angeblich) mit Vermögenswerten gesichert sind, 65 Billionen Dollar in Regierungsanleihen (Tendenz rasch steigend), und für all das sind Zinsen zu zahlen. Rund 4 Billionen Dollar sind tatsächliche Währungen wert (M1) und 2 bis 4 Billionen Dollar stecken in Gold und Silber. Den meisten Regierungen des Westen geht es wie den Konsumenten: Immer höhere Zinsen werden für ihre explodierenden Schulden fällig und lassen nichts mehr übrig. Da bleibt man im Urlaub zu Hause und begnügt sich mit Pellkartoffeln und Quark.

Sollten die Zinsraten nur etwas ansteigen, könnte das für Länder wie die USA, England oder Deutschland gleich Hunderte von Milliarden mehr an Zinszahlungen pro Jahr bedeuten. Wenn gleichzeitig die Steuereinnahmen wegen einbrechender Umsätze ausbleiben, ergeben sich Probleme. „Es wird für jeden teurer“ sagte Olivier J. Blanchard, Chefökonom des IWF laut New York Times vom 4.Juni. „Da alle Regierungen sich mehr ausleihen, werden die Zinsen steigen. Wir sehen schon den Anfang davon“. Seit Ende 2008 sind die Zinsen für US-Schatzpapiere mit 10-Jahres-Laufzeit um 1,54% gestiegen, die Entsprechung in Deutschland von 2,93 auf 3,57% und in England von 3,41 auf 3,78%.

Meinen Sie, das wüßte man nicht in Berlin, London und in New York, wo die eigentliche Regierung sitzt, und nicht in Washington? Politiker bewegt einzig noch die Frage: Wo ließe sich etwas einsparen, wo etwas abgreifen? In einer Anhörung vor dem US-Kongreß am 3. Juni meinte Ben S. Bernanke von der Federal Reserve: „Noch während wir Schritte unternehmen, um mit der Rezession und der Gefährdung der finanziellen Stabilität fertig zu werden, verlangt die Wiederherstellung des Vertrauens in die Finanzmärkte, daß wir uns jetzt schon darauf vorbereiten, den Haushaltsausgleich zu Wege zu bringen“.

Wie, meinen Sie wohl, wird das geschehen? Richtig: „Wir alle müssen Opfer bringen“ – und warum wohl? „um nichts weniger, als um den Weltuntergang (der Eigentümer der Finanzmärkte) abzuwehren“. Die Klammer bleibt natürlich ausgeklammert, denn dafür hat man die angebliche Klimaerwärmung. Dazu war auf der einflußreichen US-Internet-Seite „Talking Points Memo (TPM)“ – die Seite informiert gewöhnlich die „Linke“ über anstehende Kampagnen – zu lesen, was ich Ihnen im Original nicht vorenthalten will: „Shock call to action: At what point do we jail or execute global warming deniers – Shouldn’t we start punishing them now?“ (Wann verhaften oder exekutieren wir die Leugner der Klimaerwärmung. Sollten wir jetzt nicht anfangen, sie zu bestrafen). Der anonyme Aufruf (eines Einzelnen, „The Insolent Braggart“) war am 2. Juni erschienen, wurde aber inzwischen wieder gelöscht. (dazu mehr in dieser Quelle). Er richtete sich gegen „greedy bastards“, die „verfälschte Wissenschaft oder die übelsten Wissenschaftler, die es gibt“, benutzen „um die Daten zu verdrehen“.

Und weiter hieß es dort: „Wenn die rechtsradikalen Wichser schuld daran sind, daß das Problem zu spät angegangen wird, und wir anfangen, die verheerenden Folgen und das Ende des Weltgeschehens (!) so, wie wir es kennen, zu spüren, wie werden wir dann die dafür Verantwortlichen bestrafen? Dann wird es zu spät sein. Sollten wir also nicht jetzt anfangen, sie zu bestrafen?“ Der Artikel faselt dann wie unsere Bundesregierung und alle Anerkannte hier zu Lande von der „überwältigenden Mehrheit der Wissenschaftler“, die alle darin übereinstimmen, daß die vom Menschen verursachte Klimaerwärmung „dem Leben auf der Erde einen unbeschreiblich großen Schaden zufügen kann“. Kann sie das wirklich? Nur im Computer, wissenschaftliche Beweise fehlen den Hochrechnungen noch immer.

Während der pseudowissenschaftliche Popanz „Globale Erwärmung“ angesichts der nun schon zehn Jahre anhaltenden Klimaabkühlung allmählich zerschmilzt, verzweifeln seine Betreiber – nein, nicht nur Umweltspendenjäger, sondern inzwischen auch ganze Industrien Medien und Politiker, die auf diesen Betrug ihre Existenz aufgebaut haben. Doch die sind nur drittrangig. Von den ersten und zweiten Rängen war im Spatz letzter Woche die Rede.

Das Talking Points Memo steht mit seiner Aufforderung nicht alleine. 2008 hatte schon Klimaguru James Hansen von der NASA die Erwärmungskritik „Hochverrat an der Menschheit“ genannt. Der Umweltaktivist Robert F. Kennedy jn. hatte dazu im Jahr zuvor gesagt: „Das ist Verrat, wir müssen anfangen sie als Verräter zu behandeln“. Jetzt nannte er die Kohleindustrie „Kriminelle Unternehmen, ihre CEOs müßten für alle Ewigkeit ins Gefängnis!“ Am 12.11.2007 nannten UNO-Beamte (z.B. Yvo de Boer) das Vernachlässigen des Klimaschutzes „kriminell unverantwortlich“ und am 10. Mai erklärte Dr. Gro Harlem Brundtland: „es ist völlig unmoralisch den wissenschaftlichen Konsens der UNO in Frage zu stellen“. Am 28.10.2008 forderte die australische Zeitung Herald Sun: „Das Internet muß zur öffentlichen Einrichtung nationalisiert werden, um den Klimaskeptizismus zu bekämpfen“. In England bekam der bekannte Botaniker David Bellamy mit seiner BBC-Fernsehsendung Berufsverbot, weil er nicht an die vom Menschen gemachte Klima-Erwärmung glaubte (Daily Express 5.11.2008). Ähnlich erging es Pat Michaels in den USA.

Und bei uns? Hier spricht natürlich noch niemand von „Exekution“. Dafür gibt es folgende Initiative: „Kleine Klimaschützer für große Umweltexpedition gesucht: Kinder von drei bis sechs Jahren in ganz Deutschland starten ab 2. Juni zu einer Klima-Rallye durch ihre Kindergärten und -Tagesstätten. Dabei geht es um pfiffige Ideen und praktische Klimaschutz-Tips im Alltag. Denn Klimaschutz ist kinderleicht – was schon die Jüngsten fürs Klima tun können, zeigen der Umweltluchs DON CATO und seine tierischen Freunde beim aktuellen Kinderwettbewerb des Bundesumweltministeriums und der Jugend im BUND. Ziel ist es, die Kinder zu kleinen Umweltexperten zu machen und gleichzeitig die Klimabilanz von Kindergärten, Kitas und Horten zu verbessern. Warum Klimaschutz wichtig ist und was genau schon die Kleinsten dafür tun können, hat DON CATO auf einem bunten Plakat zusammengetragen, das auf http://www.doncato.de heruntergeladen oder kostenlos bestellt werden kann“.

Unseren Nachbarn bleibt die Bedeutung der Initiative nicht unbekannt. „Nach der Auffassung der heutigen deutschen Regierung ist dem deutschen Volk so früh wie möglich ein Bewußtsein von den großen gesellschaftlichen Problemen zu verschaffen […] Schon das ehemalige Deutschland hatte eine reiche Tradition von blühenden Jugendbewegungen. […] Diesen Jugendbewegungen war gemein, daß sie auf die Verwirklichung der großen politischen und sozialen Ideale ausgerichtet waren. Durch sorgfältige Ausbildung [oder Indoktrination, HB] versuchte man Modellbürger zu erziehen, die nicht nur selbst beispielhaft leben, sondern anderen, auch ihren Eltern, als Beispiel dienen können. Die damaligen Ideale haben ihren Anreiz verloren; tatsächlich sind sie ernsthaft diskreditiert. Heutzutage werden sie ersetzt vom Umwelt- und „Klimaschutz“. Aber die Methoden der sozialen Mobilisierung der Jugend sind die gleichen geblieben. Es ist vielleicht ein bißchen zu früh, um in der Krippe mit dieser Persönlichkeitsbildung anzufangen, aber die Grundschule scheint schon zu spät zu sein. Dies bedeutet, daß die Phase der Kindergärten und Tagesstätten der optimale Zeitpunkt ist, um sich dieser konstruktive Bildung anzunehmen. Natürlich werden diese Aktivitäten durch das Bundesministerium für Umwelt finanziell unterstützt“. Natürlich steckte da auch Ironie drinnen – aber nicht nur (Quelle).

Die FAZ schrieb am 30. Mai unter dem Titel „Entwaffnet die Industrie“: „Es gehört zur unerbittlichen Logik des Klimasystems und zur vielleicht noch unerbittlicheren Realität der Klimapolitik in diesen Tagen, daß der Menschheit allmählich die Zeit davonzulaufen droht. Entwaffnet die Industrie jetzt! So lautete der Imperativ, der gleich mehrfach in ein Memorandum eingearbeitet wurde, das zwanzig Nobelpreisträger, vom Physik- bis zum Wirtschaftslaureaten, zusammen mit ein paar Dutzend internationalen Fachleuten in London ausgearbeitet und unterzeichnet haben. […] Die Wirtschaftskrise war ein bloßer Nebenschauplatz. Die Krise des Weltklimas jedoch, die man in dem Manifest mit der „unerbittlichen Dringlichkeit des Jetzt“ überschrieben hat, sie verspricht die Menschheit nach Überzeugung der Nobelpreisträger für Generationen in den ökologischen und ökonomischen Würgegriff zu nehmen […]“ „Ein geosoziales Desaster ersten Ranges drohe […] Weil dies [seine Abwehr, HB] allenfalls noch mit einer Art geopolitischer Notoperation gelingen könnte, und weil die Weltkonferenz in Kopenhagen im Dezember von den wichtigsten Denkern der Welt quasi als die allerletzte Chance angesehen wird, das Ruder noch herumzureißen und eine hoffentlich noch akzeptable Erderwärmung von höchstens zwei Grad zu ermöglichen, hat man es im „St. James Palace Memorandum“ an Klarheit nicht vermissen lassen: „Die Null-Kohlenstoff-Industrie muß das ultimative Ziel sein […] Radikale industrielle Abrüstung ist angesagt, die „Dekartellisierung“ der Wirtschaftssysteme, und das alles nicht etwa in Zeiträumen von Generationen, sondern in wenigen Dekaden, ja in Jahren. Zeit sei der entscheidende Faktor. „Wir wissen, was zu tun ist, wir können nur nicht warten, bis es zu spät ist“. Über das, was zu tun sei, wollten sie sich aber nicht näher auslassen.

Das Treffen und das Memorandum hatte Professor Schellnhuber, der wichtigste „der wichtigsten Denker“, die so vehement zum „Abrüstungswettlauf der Industriestaaten“ bliesen, vorbereitet. Denn, so die FAZ: „Die Klimaverhandlungen drohen nach Aussagen von Beteiligten derzeit gerade gegen die Wand zu fahren“. Für die Klimaverhandlungen mag das gelten, aber nicht für die Sozialpläne derer, die mit „Klimaschutzes“ ihre finanziellen Weltherrschaftsansprüche schützen und dabei die Zahl der „Viel zu vielen“ zurechttrimmen.

Was bevorsteht, hatte Luxemburgs Ministerpräsident Jean Claude Juncker bereits am 17.3.2009 in der Welt online angekündigt: „Ich fürchte, daß es nach der Finanz- und Wirtschaftskrise in Kürze eine soziale Krise geben wird, die vor allem durch Massenarbeitslosigkeit geprägt sein wird und Einkommensverlust für viele Menschen bedeutet. Dies kann dazu führen, daß das Vertrauen in das politische System zurückgeht. Daraus könnte ein explosives Gemisch mit dramatischen Folgen für Europa entstehen“. Nicht die Krise soll überwunden werden, sondern die Angst vor einem Macht- und Systemwechsel hält die Politiker wie ihre Finanziers in Atem. Nur zu! Laßt Euch vom Fernsehen unterhalten und wählt sie getrost weiterhin!