Trau, schau wem!

Hurrah, bald geht’s wieder aufwärts: In ihrer jüngsten Konjunkturprognose erwartet die Bundesregierung für das Jahr 2010 wieder ein reales BIP-Wachstum von 0,5 Prozent. Doch leider geht es heuer zuerst noch um sechs Prozent nach unten. Vor kurzen hatte sich der Bundesfinanzminister lautstark vor der Presse geärgert, als die nicht mehr Deutsche Bank von einem Schrumpfen von 5% im Jahr 2008 sprach. Ganz ohne allen Ärger legte er selbst jetzt noch 1 Prozent zu – etwa als Vorschuß auf das „Wachstum“ im nächsten. Aufwärts geht’s allerdings auch mit der Zahl offiziell eingestandener Arbeitslosen, sie soll von derzeit 3,72 Millionen auf 4,62 Millionen im Jahr 2010 steigen, und die Verbraucherpreise um moderate 0,3 Prozent in diesem und 0,7 Prozent im nächsten Jahr, aber auch die Inlandnachfrage soll wieder zunehmen, um 0,2 Prozent. Also wie man sieht, alles halb so schlimm.

Woher die Regierung das wohl alles weiß? Die Prognose-Institute der Wirtschafts-„Un-Wissenschaft“ halten sich angesichts ihrer obligatorischen Fehlmeldungen der letzten 20 Jahre, vor allem in den letzten, schamvoll bedeckt. Nicht unsere Regierung, die erfährt so etwas – wohl wie immer (und dafür scheint sie ja auch dazusein) – vom Großen Bruder. Der Offenmarkt-Ausschuß der Federal Reserve, das übergeordnete US-Wirtschaftsministerium, sagt Ähnliches. Auch dort soll es um 6,1 Prozent schrumpfen und so weiter…

Die nicht mehr sehr deutsche Bank, die hier zulande kurz nach der US-Regierung das Sagen hat, lag also etwas unter der „offiziellen“ Prognose. Vielleicht war sie angesichts ihres „Credit Exposure“ allein bei Derivate-Papieren von geschätzten 300 Mrd. Euro (das sind etwa 0,6% der von ihr gehaltenen Derivat-Kontrakte in Höhe von 50,43 Billionen Euro und das angesichts eines Eigen- und Ergänzungskapitals (Tier 1 und Tier 2) in Höhe von 36,969 Mrd. Euro) etwas verunsichert. Doch ist diese Unsicherheit angesichts des 1,2 Mrd. Euro Gewinnes im ersten Quartal, die ihr Chef Ackermann nebst der Verlängerung seines Anstellungsvertrags um 3 Jahre stolz verkünden durfte, verschwunden.

Also Friede, Freude, Eierkuchen an der eingebrochenen Wirtschaftsfront? Dafür wird, damit die Menschen nicht wieder übermütig (oder abgelenkt) werden, eine neue Sau durchs Dorf gejagt, die Schweine-Grippe Pandemie. Doch hat sich der „gute Zweck“ dieser neuen Terror-Welle noch nicht überall gleichschaltend herumgesprochen; und so tanzte die „renommierte“ (wer nicht „renommiert“ ist, kommt sowieso nicht zu Wort, wer „renommiert“, bleibt meistens unbekannt) Virologin an der Universität Zürich, Frau Prof. Möllling aus der Reihe. Sie meint, um eine Pandemie könne es sich nicht handeln; in einem solchen Fall hätten die zu erst genannten Opferzahlen beibehalten werden müssen und nicht auf sieben Erwachsene in Mexiko und ein zweijähriges Kind zusammenschrumpfen dürfen.

Der von den Medien geschnittene republikanische Präsidentschaftskandidat Dr. med. Ron Paul erinnert daran, daß es bereits 1976 in seinem ersten Jahr als Kongreßabgeordneter in Washington eine Panik wegen des Ausbruchs der Schweinegrippe gab. Hunderte Rekruten seien auf der Militärbasis Fort Dix infiziert worden (wegen der Nähe zum Erzeuger?). Präsident Gerald Ford ordnete daraufhin eine sofortige, landesweite Impfaktion an. Über 40 Millionen Amerikaner wurden geimpft. Als an der Impfung nach amtlichen Angaben unmittelbar 30 Menschen starben, wurde das Programm gestoppt. Als Nebenwirkung der Impfung war das Guillain-Barre Syndrom, eine lähmende Nervenkrankheit aufgrund der Schädigung des Immunsystems – in angeblich 500 Fällen – aufgetaucht. Letztes Jahr gab es in den USA 13.000 Tuberkulose-Fälle mit mehreren hundert Todesopfern. Doch das ist keine Meldung wert, daran hat man sich gewöhnt (Quelle).

Vielleicht pfeift ja auch die Pharma-Industrie die Terrorkampagne wegen zu geringer Gewinnaussichten zurück. Denn mehrere Forschergruppen konnten zeigen, daß ein spezieller Auszug der wildwachsenden Zistrose (C. incanus Pandalis) antiviral wirksam ist. Das war an Tieren und Menschen untersucht worden. Der Pflanzenauszug hemmt die Verbreitung von Viren, vor allem solchen der Virusgrippe (Influenza). Sie erklären den antiviralen Effekt mit der Wirkung des Extrakts auf die Virenhülle. Diese verhindert, daß das Virus in eine Wirtszelle eindringen kann. Der Extrakt wirkt unabhängig von der speziellen Protein-Struktur des Virus, so daß sich der Erreger nicht durch Mutationen darauf einstellen kann (Näheres und die wissenschaftliche Literatur dazu unter Wikipedia).

Aber bleiben wir bei der amtlichen Nachricht über die günstigen Perspektiven der Wirtschaftsentwicklung, die wir zweifellos den guten Beziehungen unseres neuen Wirtschaftsministers zu verdanken haben. (Quelle) Der jugendlich schnittige Haargel-Großabnehmer wurde 2002 nur 31-jährig gleich nach seiner ersten Wahl in den Deutschen Bundestag in den Auswärtigen Ausschuß des Bundestags, in die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) eine Art German Council on Foreign Relations und als Young Leader Alumnus in den American Council on Germany (ACG) berufen und dazu noch in die Führungscrew des Aspen Instituts und der Atlantik-Brücke aufgenommen. ACG Präsident ist Henry Kissinger, er wurde zum Mentor unseres Wirtschaftsministers und schob ihn seit 2007 bei vielen internationalen Anlässen als künftigen Leader auf die Bühne, auf der sich westliche Führungspersönlichkeiten vorstellen dürfen. Übrigens, wer nicht schon beim ACG auftreten durfte und darf, ist nicht „renommiert, „hochkarätig“ oder „anerkannt“ und wird es in der Polit- und Wirtschaftselite in der bisher „freiesten“ Republik Deutschlands nie zu etwas bringen.

Der junge CSU-Politiker fühlte sich nach Worten auf seiner Homepage dadurch „geehrt, als einer von wenigen europäischen Politikern diesen Kreisen angehören zu dürfen, die sich ausschließlich aus Spitzenkräften zusammensetzen“. Beide Institute mit streng begrenzter Mitgliederzahl pflegen neben den anderen erwähnten Gremien die äußerst engen transatlantischen Beziehungen. Auch die Einbeziehung zu den „Young Leaders“ gefiel dem Abgeordneten, handelt es sich dabei doch um die künftig führenden Nachwuchskräften in Wirtschaft, Politik und Journalismus sowohl in Deutschland als auch in den USA. Solche Berufungen sind für die Bundespolitik eine Verpflichtung und zählen mehr als Sachverstand für den jeweiligen Posten. So kam der wohlhabende, inzwischen 37-Jährige an das in der Krise zentrale Ministeramt – gilt es doch, Deutschland trotz des verhängnisvollen energie- und klimapolitischen Kurses und seiner naheliegenden Auswirkungen strikt auf der richtigen, d.h. der westlichen Linie zu halten.

Der Auswärtige Ausschuß ist ein so herausragender Parlaments-Ausschuß, daß ihn die Siegermächte neben drei anderen eigens im Grundgesetz festschreiben ließen. Er arbeitet grundsätzlich hinter verschlossenen Türen und „berät“ die Bundesregierung in allen wichtigen außen- und sicherheitspolitischen Entscheidungen. Zwar schreibt bei entscheidenden außenpolitischen Fragen das Grundgesetz die Mitwirkung des Parlaments vor, doch in der Praxis ist weder die Bundesregierung nach der Bundestag von den Vorgaben des Auswärtigen Ausschusses je abgewichen. In ihm fallen die Entscheidungen.

Den Ausschlag für die prompte Mitgliedschaft des jungen Abgeordneten zu Guttenberg in diesem Entscheidungsgremium dürfte seine Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) gewesen sein. Auch hier treffen sich Politiker mit „hochkarätigen“ Wirtschaftskapitänen, Bankenbossen und Medienzaren. Es handelt sich um die deutsche Dependance des US-Council on Foreign Relations, der „Denkfabrik“, also des Gehirns „der westlichen Allianz“. Die Gesellschaft arbeitet unter Führung und aus dem Spesentopf David Rockefellers Präventivaktionen, geoökonomische (Maurice R. Greenberg Center) und Propaganda-Strategien (Center for Universal Education) aus. Die hier entwickelten Konzepte werden im Westen (wie weit reicht der eigentlich?) nicht nur den „Entscheidern“ sondern demokratisch allen Medienhörigen bis in die Sprechweise hinein ins Gehirn gedrückt.

Nun werden Sie sich fragen, wie das alles zusammenpaßt: Deutsche Bank, Wirtschaftsminister, außenpolitische US-Kontakte und Schweinegrippe? Nun, wenn Sie sich das große Krisenrettungspaket der Bundesregierung ansehen, so handelt es sich in erster Linie um ein Bankenrettungspaket oder genauer gesehen, um die Umverlagerung der den Banken in den USA angedrehten Zahlungsverpflichtungen auf den deutschen Steuerzahler. Hier trifft sich doch Außen- mit Wirtschaftspolitik und erklärt, weshalb die USA einen ihrer bewährten Young Leader Alumni an die Spitze des Bundeswirtschaftsministeriums gesetzt sehen wollten. Und die Schweinegrippe? Die Bundesrepublik hatte auf Druck des US-Außen- und Verteidigungsministeriums (Der frühere Chef und Anteilseigner des Herstellers war gerade US-Verteidigungsminister) damals Unmengen des giftigen Tamiflu-Präparats „zum Schutz“ gegen die damals angekündigte Vogelgrippe eingekauft. Soll der Vorrat jetzt für die Schweinegrippe Verwendung finden? Im Deutschen Ärzteblatt vom 28. April war zu lesen: „Die Food and Drug Administration (FDA) hat unter Berufung auf eine Notfallverordnung (Emergency Use Authorizations, EUAs) einige Beschränkungen für den Einsatz der beiden Präparate Tamiflu® (Wirkstoff: Oseltamivir) und Relenza® (Wirkstoff: Zanamivir) aufgehoben. Relenza® darf nach Zulassungsbedingungen nur zur Behandlung einer akuten unkomplizierten Erkrankung im Alter von 7 Jahren eingesetzt werden, die seit weniger als zwei Tagen symptomatisch ist. Tamiflu® durfte nicht bei Säuglingen unter einem Jahr eingesetzt werden. Das hauptsächlich eingelagerte Tamiflu dürfte jetzt auch bei Säuglingen vorbeugend eingesetzt werden. Die FDA erteilte auch dem „rRT-PCR Swine Flu Panel“ eine Zulassung, den die Centers for Disease Contro (CDC) im Eilverfahren auf der Basis der bekannten Gensequenzen des Erregers hergestellt hatten.

Dazu gab es dort einen Blog unter rme/aerzteblatt.de: „Die Schweingrippe überflügelt die Finanzkrise. Jedenfalls in den Medien. Die „Tagesschau” etwa widmete gestern Abend genau sieben ihrer 15 Minuten der neuesten Pandemie, von der Europa derzeit mit einem gesicherten Fall betroffen ist. Es folgten (in der Reihenfolge der Gewichtung) Klinsmanns Rausschmiß, die Werbung für ein automatisiertes Pollenwarnsystem, das Wetter und die Finanzkrise. Die Hysterie-fördernde Berichterstattung in den Medien wird konterkariert von amtlichen Hinweisen auf die segensreiche Wirkung gängiger Grippemittel. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts nannte die Sache beim Namen: „Tamiflu. Der Kurs der Roche-Aktien stieg gestern übrigens um 9,9%, der von GlaxoSmithKline (Rumsfelds Firma) gar um 10,2%“.

Zur Frage, was sie von der Krisenentwarnung der Bundesregierung halten dürfen, sollten sie den Artikel „Staatssekretär August Hanning: Keine überwachungsfreien Räume mehr! Gegen das Volk gerüstet“ (von Volker Bräutigam) in der Neuen Rheinischen Zeitung vom 29.04.2009 lesen. Hier wird beschrieben, wie sich die Bundesregierung im Rahmen von „Krieg dem Terrorismus“ auf die angeblich nicht vorhandene Steigerung des Unmuts in der vorbereitet.

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2 Kommentare

  1. Charlie said,

    09.05.2009 um 8:22 pm

    „Übrigens, wer nicht schon beim ACG auftreten durfte und darf, ist nicht „renommiert, „hochkarätig“ oder „anerkannt“ und wird es in der Polit- und Wirtschaftselite in der bisher „freiesten“ Republik Deutschlands nie zu etwas bringen.“

    Schimmert da so etwas Neid durch?

  2. 20.05.2009 um 7:32 am

    […] verabreden, der sollte sich vielleicht einmal den Lebenslauf unseres neuen Wirtschaftsministers ansehen, um zu wissen, wie Personen aufgebaut und in die entscheidenden Positionen geschoben werden: […]


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