Die Weltherrschaft der Dummheit

Die Medien zeigen uns ein glückliches Amerika. Der Alptraum Bush ist vorbei, ein neuer Geist kam aus der Flasche Wahl-Demokratie und zieht mit einem sympathisch, gemäßigt wirkenden jungen Mann demnächst – wenn nichts dazwischen kommt – im Weißen Haus ein. Allenthalben Jubel und Trubel über den Sieg und jedenfalls Hoffnung auf den versprochenen Wechsel. Wir Deutsche haben unsere Erfahrungen mit sogenannten „Wenden“, sie blieben immer nur ein Wort und das bedeutete kaum mehr als „Vorwärts von Fall zu Fall!“

Muß man alles immer nur miesmachen? Gewiß nicht, aber man sollte sich auch nicht die Augen verkleben. Obama versprach, mal so, mal so, allen das ihre. So machen das eben Wahl-Kandidaten. Für was er wirklich steht, ist für Outsider kaum zu erfahren. Aber man sollte eine am Rande des Wahlkampfs erwähnte Kleinigkeit nicht übersehen. In dem wieder einmal teuersten Wahlkampf aller Zeiten gab Obama rund doppelt so viel Dollar aus, wie sein republikanischer Gegenspieler von der Partei, die sonst immer mit mehr Geld auftrumpfte. Woher nahm er sein Geld? Sicher nicht von denen, die auf den Straßen jubelten und sich vor Freude in die Arme fielen. Man wird sehen, ob sie Grund dazu hatten.

Einig sind sich alle, daß der Bush mit dem Verdienst, den Werbelack von der amerikanischen Weltdemokratie abgekratzt zu haben, dem neuen Präsidenten ein schweres Erbe hinterläßt. So lautete die erste Aufgabe: wieder dick Werbelack aufzutragen! Die scheint anzulaufen. Doch werden sich nicht alle Probleme übertünchen lassen.

Am leichtesten sollte das bei dem Programmpunkt möglich sein, den Obama am 17. Januar in San Franzisco besonders betont hatte (nach SF Chronicle vom 18. Januar) „Lassen Sie mich meine generelle Politik irgendwie beschreiben: […] Wir werden ein Cap & Trade System von CO2-Emissionsrechtevermarktung einführen. Es wird aggressiv sein, aggressiver als alles, was es da draußen (in der Welt) schon gibt. Ich war der erste der für eine hundertprozentige Versteigerung solcher Rechte eingetreten ist, das bedeutet, daß jede Kohle- oder Treibhausgaseinheit, die ausgestoßen wird, dem Verschmutzer berechnet wird“. Vergessen Sie dabei bitte nicht, die Menge CO2, die Sie und ihr Haustier stündlich an die Umwelt abgeben, von Ihrem Auto, der Heizung, dem Licht und dem, was zur Herstellung ihrer Nahrungsmittel, Kleidung oder sonstigen Güter nötig ist, einmal abgesehen. Angesichts des sich wiederabkühlenden Klimas (vermutlich auch wegen CO2) wäre das leicht aufzugeben.

Aber will man das? Wir werden zur Kasse gebeten, das ist sicher. Das hat nichts mit Klima, sondern nur mit der notleidenden Finanzwirtschaft zu tun. Das Klima war bislang ein günstiger Vorwand, dabei nicht einmal ein neuer! Schon frühere Abzocker und deren Befehlshaber beriefen sich auf das Klima, sie nannten es „Blitze schleudernder Wettergott“ und der gab vor, was der Obrigkeit zu opfern war. Also auch hier kein „neuer Geist“. Obama: „Wenn jemand ein Kohlekraftwerk bauen will, kann er das tun; nur wird ihn das bankrott machen, denn ihm wird für alle Treibhausgase, ein gewaltiger Betrag abverlangt. Das wird Milliarden Dollar einbringen, die wir dann in Sonnen-, Windenergie, Biodiesel und andere alternative Energien investieren können“ – (oder in die Sanierung der privaten Spekulationsbanken – denn auch Wahlkampfkosten sind wie Spielschulden).

Alle Welt begrüßt den neuen Herren, der im Januar den Oberbefehl über die aggressivste und mörderischste Militärtruppe der Welt übernehmen wird, und hofft auf Frieden und Abrüstung. Der Herr wird zugleich Exekutor für die Weltgeldzentrale in New York sein. Alle Welt hofft auf eine Neuregelung des Weltgeldsystems, die Vorgänger Bush am 15.11. beim G 20 Treffen in Camp David anstoßen will. Londons Financial Times hat Obama gleich nach Bekanntwerden seines so eindeutigen Wahlsiegs am 5. November unter der Überschrift „Dear Mr. President“ daran erinnert: „If you have to ‚act‘, make your initiatives popular but harmless“, sorge für Stimmung aber flicke uns nicht am Zeug. Obama hatte sich im Wahlkampf schon voll hinter US-Finanzzar Paulson gestellt und auch damit keinen „neuen Geist“ beschworen, nur eine neue Verpackung.

Ohne das Wahlergebnis abzuwarten, trafen sich schon am 4. November die Wirtschafts- und Finanzminister der EU (EcoFin) mit der Kommission und Vertretern der EZB, um eine EU-Linie für die Weltfinanzreform beim G 20 Treffen zu finden. Die Presse wußte nur von „Meinungsaustausch“ zu berichten; man konnte sich also nicht einigen. Der Franzose Nicolas Sarkozy forderte drastische Maßnahmen, eine Reform an „Wurzeln und Zweigen“ der anglo-amerikanische Standpunkt liegt scheinbar bei „popular but harmless“ vielleicht aber auch bei dem, was der frühere chilenische Präsident Ricardo Lagos (vor 2005) in die öffentliche Diskussion werfen durfte: „Es ist an der Zeit für ein offenes Wort: Warum keine Internationale Zentralbank? Warum nicht eine Weltwährung?“ (am 2. November in Argentiniens Zeitung „Clarin“). Damit hätte die „Hochfinanz“ ihr Ziel erreicht: Ihre wenigen Eigentümer bestimmen, wofür Geld ausgegeben wird, was gemacht wird und was nicht. Die Regierungen sorgen dafür, daß dies auch geschieht und die Bevölkerung wird sich danach richten. Wenn Sie sich solche „Fachleute“ wünschen, übersehen Sie bitte nicht ihr Ziel: Nur ein Sechstel der derzeitigen Weltbevölkerung ist erwünscht. Und der Rest?

Auch andere wünschen sich so etwas nicht. Der russische Präsident Dmitri Medwedew hatte ebenfalls schon am Vortag der US-Wahlentscheidung in Moskau in seiner Jahresbotschaft wenig Zweifel gelassen, wie Rußland die Zukunft sieht. Diejenigen, die sich nicht zu Wort gemeldet hatten, als die USA entschied, in Polen und der Tschechei unter dem Vorwand „Iran“ Abfangraketen gegen die russische Zweitschlagkapazität aufzustellen, ereifern sich nun, wenn Medwedew wie angekündigt, in Königsberg (Kaliningrad) Iskander Raketen aufstellt, die gegen die US-Stellungen in Polen und Tschechien gerichtet sind.

Interessanter war, daß Medwedew die Finanzkrise und die Kaukasus Krise in einem Satz zusammenbrachte: „Wir werden im Kaukasus nicht nachgeben. Wir werden die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise überwinden und daraus gestärkt hervorgehen. […] Offen gestanden, die Tragödie von Zhinwali war eine Folge des selbstgefälligen, einseitigen Kurses der US-Regierung – eines Kurses, der für berechtigte Kritik nicht viel übrig hatte. […] Es ist bitter nötig, Mechanismen zu schaffen, die es erlauben, die fehlerhaften, egoistischen, und manchmal einfach gefährlichen Entscheidungen einiger Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft zu blockieren. […] Die Lehre aus den Fehlentscheidungen und Krisen des Jahres 2008 hat allen verantwortungsvollen Nationen bewiesen, daß es an der Zeit ist, die weltweiten politischen und wirtschaftlichen Systeme radikal zu reformieren. Rußland wird seinerseits darauf bestehen, und wird hierbei mit den USA, mit der EU sowie mit den BRIC-Staaten und mit allen interessierten Seiten eng zusammenarbeiten“. Wenn möglich! Doch nicht zu vergessen: Am 1. September hatten die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Georgien-Sondergipfel beschlossen, zur Unterstützung der georgischen Seite nach dem Kaukasus-Krieg die Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Grundlagenabkommens zwischen der EU und Rußland abzubrechen. Die EU-Kommission wurde beauftragt, eine Analyse der Beziehungen zwischen den Seiten zu dem für den 14. November in Nizza geplanten EU-Rußland-Gipfel zu erstellen. Was wird da raus kommen? Fragt Obama!

Finanzkrise und Krieg, der russische Präsident deutete an, daß er den Zusammenhang („die weltweiten politischen und wirtschaftlichen Systeme“) durchaus kennt. Die asiatische Finanzkrise 1997-1999 hatte gezeigt, daß ein „Währungsangriff“ auf das Finanzsystem anderer Staaten auch als eine Form des Krieges anzusehen ist, ein Krieg vornehmlich gegen angebliche Verbündete. In seiner Botschaft deutete Medwedew vage an, daß in Rußland demnächst ein „selbständiges Finanzsystem“ geschaffen werden soll. Meint er damit das, was Rußlands Vizepremier Alexander Schukow am 24.11. bei der Vorbereitung des Treffens der Shanghai Gruppe ansprach: „Rußland und China wollen die Umstellung gegenseitiger Verrechnungen auf ihre Nationalwährungen intensivieren, um die Folgen der globalen Finanzkrise zu minimieren […]“ (Spatz letzte Woche) oder das, was Rußlands Vizefinanzminister Sergej Schatalow am 4. November in Moskau sagte und Tags darauf am Rande eines russisch-europäischen Finanzforums wiederholte: „Ich sehe keine prinzipiellen Probleme darin, daß Öl und Gas in Russischen Rubel verrechnet werden. Der Rubel wird zu einer ziemlich starken Währung und kann durchaus, die Rolle einer Reservewährung spielen“. Johan Holmqvist von der EU-Kommission entgegnete nur, daß sei eine interessante Frage. „Wir werden das aufmerksam analysieren. Aber ich denke, daß dies vielmehr eine kommerzielle Frage ist“. Was denn sonst, etwa eine militärische?

Wenn Rußland unter der gegenwärtigen Finanzkrise leidet, dann deshalb, weil die Dollars das Land verlassen, die nach dem Zusammenbruch das Land überschwemmt und seine Geschicke bis zum Auftreten des „diktatorischen“ Putins weitgehend bestimmt hatten. Mit der zahlungsfähigen Nachfrage beim Ausverkauf des Landes, fallen trotz der Währungsreserven die Preise. Der in US-Dollar notierte Leitindex RTS fiel allein am 6. November um 4,94%; seine Rubel-Entsprechung MICEX rutschte um 8,05% auf 712,75 Punkte ab. Die größten Verlierer waren Aktien der Ölfirmen Gazprom Neft (Rückgang um 10%), Tatneft (Rückgang um 10%) und Rosneft (Rückgang um neun Prozent) sowie des Minenriesen Norilsk Nickel (Rückgang um 8,5%). Was kümmert der Aktienpreis, wenn nur die Anlagen im Land bleiben. Wenn aber keine neuen gebaut werden, weil Geld fehle?

Für diesen etwas komplexeren Fall haben sich der russische Sicherheitsratssekretär und ehemaliger Direktor des Inlandsgeheimdienstes FSB, Nikolai Patruschew und das chinesische Staatsratsmitglied Dai Bingguo am Donnerstag 6. November in Moskau getroffen. „Es war die dritte Runde der russisch-chinesischen Konsultationen zu Fragen der strategischen Sicherheit“ in diesem Jahr (RIA Novosti vom 6.11.) Verhandelt wird über „die Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Rußland und China bei der Sicherung des Friedens und der Stabilität auf globaler und regionaler Ebene, inklusive in Zentralasien“. Dai Bingguo und die Mitglieder seiner Delegation werden auch den russischen Außenminister Sergej Lawrow, die „Chefs einiger russischer Behörden“ sowie „führenden Repräsentanten anderer föderaler Strukturen“ treffen. Dabei werden „Fragen der Festigung der nationalen und internationalen Sicherheit angesichts der neuen Herausforderungen und Gefahren erörtert werden“. Auch die Staatschefs Rußlands und Chinas, Dmitri Medwedew und Hu Jintao, wollen sich zum gleichen Thema in diesem Jahr „mindestens noch zwei Mal“ treffen, teilte Nikolai Patruschew, am 6. November zum Auftakt der der russisch-chinesischen Sicherheitsberatungen mit: „Unsere Treffen finden regelmäßig statt, weil wir strategische Partner sind“.

Rußlands Vizepremier Igor Setschin trifft am heutigen Donnerstag in Caracas ein, um einen Venezuela-Besuch von Staatschef Dmitri Medwedew vorzubereiten. Von dort wird die russische Delegation nach Havanna weiterreisen, und am 8. November eine Sitzung der russische-kubanische Regierungskommission abhalten. Zündelt der eine im Kaukasus, so der andere in Südamerika. Die Weiche wird umgestellt, nur wissen wir nicht, auf welchem Gleis der Zug weiterfahren wird und wohin. Unser klimabedingter Ausstieg aus fossilen Rohstoffen wird daran nicht viel ändern: Rußland findet im Osten genug Abnehmer und die Amerikaner haben in Alaska riesige neue Vorräte entdeckt. Wir sollten uns etwas anderes, etwas Menschenfreundlicheres einfallen lassen.

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14 Kommentare

  1. Charlie said,

    12.11.2008 um 8:25 pm

    „Angesichts des sich wiederabkühlenden Klimas“
    Wie ignorant muss man denn für diese Aussage sein? Erst zetern sie rum, dass kein Mensch das Klima für 100 Jahre voraussehen kann, zaubern dann aber selbst eine Kurve aus dem Hut, bei welcher die Temperatur für zwei!!! Jahr leicht zurückgeht und erklären spontan das Ende der Erderwärmung.
    Wenn sie sich einfach die aktuellen weltweiten Auswirkungen der Erderwärmung ansehen, können sie ihre Kurven in die Tonne treten. Egal ob der Mensch die Erwärmung verursacht oder nicht; es gilt die Folgen zu mindern. Fragen sie mal die Menschen in Afrika oder auf den Malediven oder die Innuit in Alaska. Die erklären ihnen dann, was sie mit ihren Kurven machen können.

    Mit Ideologen wie ihnen, die unangenehme Sachverhalte einfach verdrängen, statt sich ihnen zu stellen ist kein Blumentopf zu gewinnen.

    Gruß

  2. spatzseite said,

    12.11.2008 um 8:30 pm

    Komisch nur… etwas Erderwärmung, gäbe es sie denn, wäre gar nicht so schlecht: mehr Pflanzenwachstum, mehr zu essen, weniger Hunger, mehr Menschen, mehr Entwicklung, mehr Wohlstand. Nur daß das eben keiner der Herrschenden will…

    Ich war in Afrika, lange genug.
    Charlie auch?

  3. Charlie said,

    12.11.2008 um 9:23 pm

    „etwas Erderwärmung, gäbe es sie denn, wäre gar nicht so schlecht: “

    Hören sie sie ab und an Nachrichten? Wissen sie, was in der Welt vor sich geht? Ist ihnen der Begriff „Klimaflüchtling“ geläufig?

    Erklären sie doch den Menschen in Afrika, wie toll das ist, wenn’s wärmer wird. Oder erklären sie den Menschen in Spanien und Süditalien, wie vorteilhaft die plötzliche massenhafte Zuwanderung aus dem Süden ist. Oder vermitteln sie den Menschen in der Tundra die Vorteile eines auftauenden Permafrostbodens. Oder erläutern Sie dem Skihüttenbesitzer in Österreich wie toll das Leben ohne Schnee wird.

    Sich nur hinzustellen und zu sagen „Das gibt es alles gar nicht und falls doch ist es prima“ ist zu wenig. Damit ist niemand geholfen.

    Sie könnten sich doch zum Beispiel für den Investmentfund einsetzen, den der Präsident der Malediven einrichten will: dank der nicht-existenten globalen Erwärmung steigen die Meeresspiegel (vermutlich nicht in ihrer Welt und falls doch, wäre das vermutlich auch vorteilhaft) und von den Malediven wird bis in 100 Jahren nicht mehr viel übrig sein. Der Präsident beginnte nun damit Gelder zu sammeln um Land in Indien oder Australien für sein Volk zu erwerben.

    Das verstehe ich unter Planung. Menschen die nur rumstehen und schlechte Laune verbreiten braucht kein Mensch.

    gruß

  4. Charlie said,

    12.11.2008 um 9:24 pm

    „Ich war in Afrika, lange genug.
    Charlie auch?“

    Yepp, und das Letzte was die brauchen ist wärmeres Wetter.

    Noch ein Gruß

  5. spatzseite said,

    12.11.2008 um 9:32 pm

    Aha, ein Investmentfund. Für eine Legende, die es schon vor hundert Jahren gab: die Mär von den ansteigenden Meeresspiegeln ist nicht neu, vgl. http://www.bwl-bote.de/20080429.htm. Ja, eine unbequeme Wahrheit: Klima-Mythen sind nicht neu! Investmentfunds hingegen sind es, Emissionshandel ist es auch. Die Schädlichkeit der Kasino-Wirtschaft müßte jetzt aber auch dem Letzten klar sein, oder? Immerhin ist hier offensichtlich geworden, um was es wirklich geht: der Abzocke dient der Klimaschwindel, nicht irgendwelchen angeblichen Umwelt-Motiven…

  6. Charlie said,

    12.11.2008 um 9:51 pm

    Hier die Hintergründe:

    http://www.sueddeutsche.de/reise/507/317382/text/

    „der Abzocke dient der Klimaschwindel, nicht irgendwelchen angeblichen Umwelt-Motiven“

    erscheint mir in dem Zusammenhang ein unpassendes Argument. Wenn man seinen Hintern im relativ trockenen und geruhsamen Deutschland hat, ist es leicht über den Rest der Welt zu urteilen; vor allem über den ärmeren Teil.

    Es ist doch wohl so: Deutschland liegt geographisch gesehen für einen Klimawandel ziemlich günstig und um etwaige unangenehme Nebenfolgen abzumildern haben wir genug Kohle.

    Die Probleme werden die Menschen auf der Südhalbkugel bekommen und die haben heute schon mehr als genug davon. Und ich glaube nicht, dass die sich mit Sprüchen wie „Warmzeiten waren immer wirtschaftliche Hochzeiten“ oder „CO2 ist Pflanzennarung“ abspeisen lassen. Die werden ihre Wüsten und Überschwemmungsgebiete hinter sich lassen und sich auf den Weg nach Norden begeben. Und uns werden sie dann vermutlich sagen, dass wir ja in den Süden ziehen können, wenn wir das alles so toll finden mit dem warmen Wetter und dem CO2 als Pflanzennahrung.

    Das wird die Zukunft sein, wenn der Allgemeinheit nichts besseres einfällt als ihnen.

    Ich befürchte, ohne Nachdenken wird das nichts.

    Gruß

  7. spatzseite said,

    13.11.2008 um 6:51 am

    Es ist doch schon interessant, wie weit induzierte Ängste und pseudoreligiose Glaubenswahrheiten hier reichen. Nicht nur daß nicht akzeptiert wird, daß das mit dem Klimawandel ebenso eine Mär ist wie mit dem Waldsterben, nein, auch noch die große Angst vor dem schwarzen Mann 🙂

    Dabei helfen sich die Länder in Afrika und Arabien schon selbst, wenn sie sich von westlicher Bevormundung befreien können. Und schaffen Lebensbedingungen, von denen wir hier nur träumen können… spricht hier etwa der Neid? Nein, kann nicht sein… 😉

  8. Jo`Wilfried said,

    13.11.2008 um 3:34 pm

    Mich würde mal interessieren, ob die Situation mit den Malediven ein neuzeitliches Problem ist, sprich die Inseln nicht schon vor hunderte von Jahren in dieser angeblich brenzligen Situation waren und heute dank der globalen Vernetzung, diese Panikmache entstanden ist…?

  9. spatzseite said,

    13.11.2008 um 3:47 pm

    Es gab schon zu Zeiten der Neanderthaler Klimaschwankungen (die heute noch nachweisbar sind), aber nicht, weil die Neanderthaler zu viele Feuer angemacht hätten. Schwankungen des Meeresspiegels in prähistorischer Zeit sind auch daher evident, daß Höhlenmalereien entdeckt wurden in Höhlen, deren Eingang heute unter der Meeresoberfläche liegt. Dies zeigt, daß es eben natürliche Prozesse sind, denen wir uns anpassen müssen, die wir aber noch lange nicht beherrschen oder gar steuern können. Die gegenwärtige Propaganda hat den Zweck, die politische Herrschaft durch Angst, Armut und DUmmheit aufrechtzuerhalten, denn leider sind uns die bösen Russen 1989/90 als Feindbild abhanden gekommen. Also brauchen wir einen neuen Gegner, und wenn es eben nur der Klimaschwindel ist… kaum auszudenken was passiert, wenn man angesichts des Fortfalles der äußeren Bedrohung mal auf die Idee käme, Technik und Wissenschaft voranzutreiben (anstatt zu ökologisieren): ergrünende Wüsten, mehr zu Essen, weniger Hunger, Städte auf Mond udn Marks, unvorstellbare Reichtümer aus neu erschlossenen Rohstoffen – und keiner braucht mehr die Politik, um zu betteln. Eine Horrorvorstellung für die Mächtigen…

  10. Charlie said,

    13.11.2008 um 7:19 pm

    @Joe
    „Mich würde mal interessieren, ob die Situation mit den Malediven ein neuzeitliches Problem ist, sprich die Inseln nicht schon vor hunderte von Jahren in dieser angeblich brenzligen Situation waren“

    und was würde das für einen Unterschied machen für die Betroffenen?

    @spatzseite
    „Und schaffen Lebensbedingungen, von denen wir hier nur träumen können“

    Könnte man dafür mal ein paar Beispiele speziell aus Afrika bekommen?

    „Es ist doch schon interessant, wie weit induzierte Ängste und pseudoreligiose Glaubenswahrheiten hier reichen“

    Hä? Das hat doch nichts mit Ängsten zu tun. Dass der Flüchtlingsstrom aus Afrika auf Grund klimabedingter Verschlechterung der Lebensbedingungen dort stetig ansteigt kann man ja prima in Süditalien oder Spanien beobachten. Die Flüchtlinge sind ja wohl real und nicht „glaubensbedingt“

    „Dies zeigt, daß es eben natürliche Prozesse sind, denen wir uns anpassen müssen, die wir aber noch lange nicht beherrschen oder gar steuern können“

    Genau. Und haben sie irgendwelche konkreten Vorschläge, wie man das Problem angehen könnte? Oder ist der einzige Trost den sie für die Betroffenen haben der, dass in prähistorischer Zeit auch schon Länder überflutet wurden?

    „unvorstellbare Reichtümer aus neu erschlossenen Rohstoffen “
    „Städte auf Mond udn Marks,“

    Das ist nicht konkret; das sind meiner Ansicht nach schon eher „pseudoreligiose Glaubenswahrheiten“

    Aber gut, wenn man sich vor konkreten Maßnahmen fürchtet, ist die Flucht in Fantasien wohl der einfachste Weg. Und solange „die Mächtigen“ regieren braucht man selber nichts zu tun, weil man ja sowieso nichts ändern kann.

    Eine recht bequeme Lebenshaltung; und für mich zu langweilig.

    Gruß

  11. spatzseite said,

    13.11.2008 um 8:13 pm

    Hi,

    OK, ein paar Beispiele aus Africa. Libyen und Ägypten wollen bekanntlich beide Kernkraftwerke bauen, weil sie nur so ihre Energieversorgung auf ein sicheres Fundamentstellen können (und von westlicher Bevormundung unabhängig werden, ein wichtiger Aspekt). Zudem ist Kernkraft die einzige, ausreichend dichte Energiequelle für Meerwasserentsalzung – und damit die Bewässerung der Sahara. Wir erinnern uns, daß vor nur 10.000 Jahre die Sahara noch eine grüne Wald- und Steppenlandschaft voller Großwild war (huch, ein Klimawandel! Und das ganz ohne die bösen Techniker!). Flüsse, Graslanndschaft, Bäume, Moore – Diesen schönen Zustand wo heute nur Sand und Steine sind kann man mit einer ausreichenden Energie- und Wasserversorgung wieder herstellen, und hätte Platz für Millionen von Menschen. In Süfafrika (und in Indien) denkt man über kommunale Kleinkernkraftwerke nach (bzw. erprobt sie), so groß wie ein LKW, Energie für 30 Jahre. Die village headmen freuen sich drauf… nur nicht die sauertöpfischen Deutschen, an deren Wesen die Welt wohl noch immer genesen soll. Die schwafeln von Solarenergie und dem ganzen Quatsch. Daß das nicht funktioniert, habe ich selbst in Karagwe gesehen, es war ein Trauerspiel mit dem teuren Zeug, das die Deutschen dort aufgestellt haben.

    Es gibt aber auch Länder, die auf „Menschenenergie“ bauen, und das finanziert vom Westen – ein neuer Imperialismus, diesmal unter grünem Vorzeichen. Zu diesem schmutzigen Geschäft mit der grünen Sklaverei, vgl. http://www.bwl-bote.de/20071116.htm

    Zur Bedeutung der Raumfahrt, vgl. http://www.bwl-bote.de/20020915.htm

  12. Charlie said,

    13.11.2008 um 9:48 pm

    „Libyen und Ägypten wollen bekanntlich beide Kernkraftwerke bauen, weil sie nur so ihre Energieversorgung auf ein sicheres Fundamentstellen können“

    Wann soll das passieren und mit wessen Technologie?

    „In Süfafrika (und in Indien) denkt man über kommunale Kleinkernkraftwerke nach (bzw. erprobt sie), so groß wie ein LKW, Energie für 30 Jahre.“

    Wo wird so was erprobt und wann wird es gebaut und mit wessen Technologie? Äh, und gibt es schon Überlegungen in wessen Land der Abfall dieser Technologie gelagert werden soll? (mein Vorschlag: Simbabwe; der Anführer macht momentan alles für Geld 😉 )

    Ich vermisse das Handfeste an diesen Aussagen.

    „Wir erinnern uns, daß vor nur 10.000 Jahre die Sahara noch eine grüne Wald- und Steppenlandschaft voller Großwild war (huch, ein Klimawandel!“

    Klar war das ein Klimawandel; der zog sich aber über Jahrtausende hin in einer Welt mit Millionen von Menschen.
    Heute geht das flotter und mit Milliarden von Menschen; das dürfe nicht ganz so schmerzfrei wie vor 10000 Jahren ablaufen.

    Gruß

  13. spatzseite said,

    14.11.2008 um 1:36 pm

    Ich schlage vor, das mit der Entwicklung der Kernenergie andernorts mal per Google zu recherchieren. Es ist sehr leicht zu finden, zerstört aber vielleicht ein Weltbild, in dem böse Ingenieure und ihre Werke keinen Platz haben. Das ist freilich das Risiko: den grünen Traum aufs Spiel zu setzen. Es ist aber auch ein hohes Ziel, denn angesichts von Energiepreisexplosion und Lebensmittelkrise droht der grüne Traum einiger weniger Aristokraten schon jetzt zu einem bösen Alptraum zu werden… gerade in den Ländern der sogenannten „Dritten Welt“!

  14. Charlie said,

    14.11.2008 um 6:52 pm

    „Fakt ist: Weltweit sind derzeit 439 Kernkraftwerke
    in Betrieb.23 Anlagen sind im
    Bau, 81 in der Planung. AREVA, größter
    Hersteller von Kernkraftwerken,rechnet
    in den nächsten Jahren mit mehr als 300
    Aufträgen zum Bau neuer Kernkraftwerke.
    Die Produktionskapazitäten der KKWHersteller
    sind über Jahre ausgebucht.“

    Quelle: http://www.eon-kernkraft.com/pages/ekk_de/Standorte/_documents/EON_Einblick_KKG_0803_full.pdf

    Das kann wirklich so manches Weltbild durcheinanderbringen. Wenn man bedenkt, dass die Mehrzahl der weltweit sich in Betrieb befindlichen Reaktoren älter als 20 Jahre ist, reicht die aktuelle und die geplante Bautätigkeit noch nicht einmal aus, den Bestand zu erhalten. Da der Energiebedarf weltweit noch steigen wird, wird folglich der Anteil der Atomenergie noch weiter absinken.

    Hätte ich nicht gedacht; vor allem weil es in Ländern wie China und Indien keine Anti-Atombewegung gibt (jedenfalls nicht außerhalb von Gefängnssen 😉 )

    Aber gerade in China läuft mit Atomkraft so gut wie gar nichts; dagegen ist Deutschland ein Atomstaat.

    –> „Ein Beispiel hierfür ist die ostchinesische Provinz Shandong, wo es Pläne für den Bau von drei Atomkraftwerken gibt. Zwei sollen in Weihai und eins soll in Yantai entstehen.
    In den neuen Atomkraftwerken sollen fünf Reaktoren mit einer gemeinsamen Kapazität von über 4000 mW entstehen. Nach der Fertigstellung der Kraftwerke wird Shandong zu einem bedeutenden Stützpunkt der Atomkraft in China.
    Statistiken zeigen, dass Atomkraft sich bereits zur drittwichtigsten Energiequelle in China entwickelt hat.
    Gegenwärtig sind in China 11 Atomreaktoren mit einer Gesamtkapazität von rund 8000 mW in Betrieb.
    Im vergangenen Jahr haben die Atomkraftwerke des Landes 62,9 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert, eine Zunahme von 14,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2006, erklärte die Kommission für Wissenschaft, Technik und Industrie für die nationale Verteidigung.
    Gegenwärtig macht Atomkraft aber nur weniger als zwei Prozent an der gesamten Energieproduktion des Landes aus. Die chinesischen Behörden planen die Kapazität der chinesischen Atomindustrie bis zum Jahr 2020 auf 40.000 mW zu erhöhen. Dann würde der Anteil der Atomenergie an der gesamten Energieerzeugung des Landes vier Prozent betragen.

    Weltweit hat die Atomenergie einen Anteil von 16 bis 17 Prozent an der Energieproduktion. Allerdings liefert sie in Ländern wie Frankreich bis zu 80 Prozent der Energie.“
    Quelle: http://de.china-embassy.org/det/xnyfgk/t408342.htm

    4% – toll; man kann verstehen, dass ausländische Investoren kein Interesse daran haben in Kernkraft zu investieren (Kernkraftprojekte gelten unter Investoren eher als langweilige Anlage; zu teuer, zu risikoreich und zu wenig Rendite), aber Chine müsste doch eigentlich genügend eigenes Geld haben.

    Das dazu; leider konnte ich nichts über “ kommunale Kleinkernkraftwerke “ und deren Erprobung finden.

    Und um das geplante Atomkraftwerk in Ägypten, das jetzt ausgeschrieben wurden und anno 2020 in Betrieb gehen soll, als möglichen Schritt für die Unabhängigkeit vom Westn zu sehen, bedarf es aber einiges an Phantasie.
    Vor allem wenn man bedenkt das das ganze Knowhow aus dem Westen bzw Rußland kommen wird. Da ist wohl viel romatisches Wunschdenken im Spiel (der edle Afrikaner der es dem bösen Westen mal so richtig zeigt)

    Da sollte man dann schon die Fakten im Auge behalten.

    Gruß


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